DREI FRAGEN an: F. Roggenkamp und H. Bögeholz über das Netzwerk unabhängiger Buchhändler

Gestern haben wir über die neue Initiative unabhängiger Sortimenter – der „Rote Kreis“ berichtet [mehr…] berichtet. BuchMarkt sprach mit den Initiatoren, Hartwig Bögeholz, dem Geschäftsführer der Jürmker Bücherstube in Bielefeld, und Folkert Roggenkamp der Buchhandlung Osthus in Gütersloh.

buchmarkt-online: Warum gibt es den „Roten Kreis“?
Folkert Roggenkamp: Die Idee zu einer Einladung an interessierte Sortimentskollegen entstand bei einem Treffen, dass ich und Herr Bögeholz in der „Jürmker Bücherstube“ in Bielefeld vor einigen Wochen organisiert hatten. Gerade weil wir sehr skeptisch waren gegenüber der Gründung von Einkaufsgenossenschaften oder Marketinginitiativen, von denen der deutsche Buchhandel ja bereits einige hat kommen und (unter-)gehen sehen, haben wir uns zu diesem Aufruf entschlossen. Die Überlegung dabei: Wenn wir beide auf keine griffige Ideen kommen, was denn zu tun ist, um die unabhängigen Buchhandlungen zu unterstützen und aufrechtzuerhalte, dann vielleicht doch andere Kollegen im Lande. Zielsetzung des Gütersloher Treffens ist also lediglich die Kontaktaufnahme untereinander, neudeutsch: die Herstellung eines zunächst informellen Netzwerks unabhängiger Buchhändler jenseits der Erfa-Gruppen oder der existierenden Arbeitskreise im Börsenverein bzw. den Landesverbänden.
Um es klar zu sagen: Mitnichten soll hier ein eigener Verband gegründet werden. Nichts wäre in der aktuellen Situation sinnloser und schädlicher. Sehr wohl aber kann innerhalb des Börsenvereins oder parallel dazu eine Plattform ähnlich dem AKS angestrebt werden, die den Austausch unabhängiger Buchhandlungen untereinander befördert, ein gemeinsames Marketing organisiert, organisatorische Unterstützung leistet etc. WOhlgemerkt: dies alles gilt es am 20. März zu diskutieren, sofern sich denn der ein oder andere Buchhändler dazu meldet.

Wie sind Sie auf den Namen gekommen?
Den Namen für das Kind hatten wir solange nicht, bis jemand auf die Idee kam, den aufgedruckten roten Kreis auf unserem Flyer, den wir auf der Bücherbörse in Bad Salzuflen aufgehängt und ausgelegt haben, zwecks Aufmerksamkeitssteigerung als Namensgeber für unsere Aktion zu benutzen. Nun gut, warum nicht…

Hat sowas eine Chance? Denken Sie an den Versuch mit der gescheiterten Einkaufsgemeinschaft Roter Punkt?
Hartwig Bögeholz: Wenn es denn eine Königsidee gäbe, wie unabhängige Buchhandlungen sich mit ihrer ja durchaus beträchtlichen Marktposition organisieren können, dann sollte doch schon jemand drauf gekommen sein! Dies scheint nicht der Fall zu sein. Wenn wir uns später nicht vorwerfen lassen wollen, zu einem entscheidenden Zeitpunkt tatenlos geblieben zu sein, bleibt nur der Weg, ein gemeinsames Fundament zu erarbeiten und tastend voranzuschreiten. Unsere Hoffnung liegt ja gerade darin, daß in wechselseitiger Erörterung deutlich wird, was bei aller Unterschiedlichkeit an Gemeinsamkeiten in Beurteilungen, Positionen und möglichen Aktionen erreichbar ist. Dabei gilt: Es wird nur das möglich sein, was gemeinsam getragen und durchgesetzt wird. Die Vielfalt der unabhängigen Buchhandlungen sollte produktiv genug sein, einen Weg zu skizzieren und die ersten Schritte zu beginnen – wobei die Schaffung eines Netzwerkes der realistischste erste Schritt zu sein scheint. Keine Kopfgeburt, sondern ein von vielen gemeinsam getragenes und dadurch wachsendes Projekt – darin könnte eine erfolgversprechende Perspektive liegen.

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