AWS-Tagung begonnen: Suche nach neuen Allianzen im Anbieterwettbewerb / Nadine Rau neu im Vorstand

AWS-Vorstand wieder komplett: Barbara Mahlke, Nadine Rau,
Klaus Tapken

Mit einem sensiblen Thema im Zentrum und einem neuen Gesicht im Vorstand hat soeben die diesjährige Tagung des Arbeitskreis wissenschaftlicher Sortiments und Fachbuchhandlungen (AWS) begonnen: Nadine Rau (Unibuch Kassel) ist in den Vorstand der AWS gewählt worden. Sie übernimmt das Amt von Thomas Emig (Wasmuth), der zurückgetreten ist. Rau war schon lange als Wunschkandidatin im Vorstand gehandelt worden.

Den Vorstand bekleiden außerdem weiterhin Barbara Mahlke (Schweitzer Fachinformationen) und Klaus Tapken (Missing Link). „Allianzen für den Handel – Zukunft für Fachmedien“ lautet das Oberthema der diesjährigen Tagung, in dem es vor allem um Vernetzung und mehr Gemeinsamkeiten zwischen den immer zahlreicher werdenden Marktteilnehmern in der Kette zwischen Autoren, Verlagen, Dienstleistern, Buchhandlungen und Bibliotheken geht. Besonders in der digitalen Welt treten diese zunehmend in Konkurrenz miteinander.

Die Anmeldezahlen erreichen mit an die 150 Teilnehmer wieder Rekorde. So werden auch bisher noch wenig bekannte Themen gestreift, wie das neue Tool SARA, einer neuen Allianz zwischen dem Springer Verlag und der Fachbuchhandlung Lehmanns, die von dem Dienstleister Newbooks vermittelt wird. Bei „Springer’s Automated Recommendation Application“ geht es um neue Formen des Einkaufs ohne Novitätenvorschauen, wie sie bisher immer häufiger zwischen Bibliotheken und Verlagen üblich geworden ist und die nun auch auf die Beziehung zwischen Buchhandel und Verlagen angewendet wird. Bereits im Vorfeld sind dazu zahlreiche Details durchgesickert. Softwaretools generieren dabei automatsch Einkaufslisten für Buchhandlungen, die sich an den Verkäufen früherer Titel orientieren. Das könnte für Fachbuchhandlungen, die vor immer mehr spezialisierten Titeln stehen, ein Zukunftsmodell sein. Denn diese können damit auch ihre Kunden nach Interessensgebieten beliefern. Ein erstes, auf ähnlicher Überlegung basierendes System bietet auch Libri bereits für das stationäre Sortiment an. Newbooks möchte weitere Verlage und Buchhandlungen in ähnliche Kooperationsmodelle einbinden.

Heute geht es zunächst noch um die Frage, wie sich Multimedia auf die Lesegewohnheiten auswirkt. Morgen geht es dann um das Verhältnis vieler weiterer und neuer Marktteilnehmer, wie Verlage, Softwareanbieter, Berater, Supplier und wissenschaftliche Bibliotheken. Unter anderem auch um den Buchhandel, der „zwischen Baum und Borke“ geraten ist: „Benötigen Wissenschaftler in ihrer Wissenschaftskommunikation den Buchhandel überhaupt noch? Am Mittwoch gibt es Innenansichten aus dem Lebensgefühl in deutschen Fachbuchhandlungen, aber auch aus internationaler Perspektive und um die Frage, ob es auch ohne Druck geht.

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