DREI FRAGEN AN: Georg Naujoks, Geschäftsführer der Firma Mediasales Fachbuch, die gerade drei Buchhandlungen aus der ehemaligen Heymanns-Gruppe übernommen hat

BuchMarkt: Sie haben mit der Bockenheimer Bücherwarte, Harri Deutsch und Merkel in Erlangen zum ersten Mal den Schritt ins stationäre Sortiment gewagt. Glückliche Fügung oder langfristige Strategie?
Georg Naujoks: Bestandteil einer Strategie, die Vorteile eines lokalen Standorts, Kundennähe und Beratungsqualität, mit der Servicegrad und Geschwindigkeit eines guten Versandhändlers zu verbinden. Das ganze angereichert mit neuen Ideen für den Markt. Und wenn es dann noch gelingt, tatsächlich funktionierende Marketingstrategien daraufzusetzen, dann reden wir sicherlich von einem langfristigem Konzept.

Ihr Versandservice ist auf das RWS-Gebiet konzentriert. Mit den übernommenen Buchhandlungen sind Sie sehr stark auch in anderen Fachbuch-Bereichen engagiert. Ist Ihnen der RWS-Markt zu eng?
Der RWS-Bereich ist so stark umkämpft, dass ich annehme, dass es dort sicher noch Potentiale gibt, aber andere Segmente deutlich mehr Wachstum versprechen. Speziell im naturwissenschaftlich-technischen Bereich, aber auch in vielen anderen Bereichen kann ich mir deutlicheres Wachstum vorstellen. Wobei ich hier von echtem Wachstum rede und nicht von Umsatzverlagerung. Wir wollen an mehr Menschen mehr Bücher verkaufen.

Ihr Unternehmen bietet eine Fülle unterschiedlicher Dienstleistungen an. Wollen Sie zukünftig noch stärkeres Gewicht auf ein Engagement im verbreitenden Buchhandel legen, etwa durch Übernahme weiterer Buchhandlungen?
Wir wollen, wenn wir die Möglichkeit haben, unsere Basis so schnell und so breit wie möglich ausbauen, denn nur dann können wir der steigenden Vernetzung zwischen Konzeption, Herstellung, Marketing und Vertrieb von Büchern ausreichend Rechnung tragen. Ob uns das gelingt, hängt von vielen Faktoren, nicht zuletzt vom Kapital, ab. Bisher mussten wir alles Wachstum aus eigener Kraft bewältigen, was schon immer ein betriebswirtschaftlicher Spagat war, gerade in unserer Branche, aber in den heutigen Zeiten ist dieser bei uns schon immer vorherrschende Zustand wohl allgemein zur Normalität geworden.

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