Gewerkschaft hbv mit Vorwürfen an Geschäftsleitung wegen PRINZ Schließung in Mannheim /Unterschriftenaktion zur Rettung des Mannheimer Medienhauses /Versuch eines Sanierungskonzeptes

Auf unterschiedlichen Ebenen versucht derzeit die Belegschaft des Mannheimer Medienhauses Prinz das Unternehmen zu retten – es soll (wir berichteten) zum 30.6.01 geschlossen werden: Die Öffentlichkeit ist mobilisiert worden (innerhalb von drei tagen wurden knapp 12.000 Unterschriften zum Erhalt des Hauses gesammelt, auch die örtliche SPD-Fraktion hat sich für den Erhalt des Unternehmens ausgesprochen. Gleichzeitig werden vom Betriebsrat schwere Vorwürfe laut: „Das Problem sei hausgemacht, da sich Geschäftsführer Jörg Swidersky und Inhaber Thomas Ganske zu wenig um das Haus gekümmert hätten, auch habe man sich wissentlich über Jahre auf eine zu hohe Miete eingelassen, die weit über Vergleichsmieten am Ort liege. Gleichzeitig arbeitet man an einem Sanierungskonzept, um durch Umstrukturierung des defizitären Musikbereichs und neue Aktivitäten das Haus rentabler zu machen. Gleichzeitig teilt die Gewerkschaft hbv mit, dass sich eine Arbeitsgruppe Neuer Prinz gebildet habe, die überlegt, wie Prinz ohne den alten Eigner weitergeführt werden könne. Grund: Weder die bisherige Geschäftsführung noch Inhaber Thomas Ganske habe Bereitschaft gezeigt, mit dem Betriebsrat über ein Sanierungskonzept zu reden. Das will Karl-Udo Wrede, der Bevollmächtigte des Verlegers, so nicht gelten lassen: „Als wir damals in den Mietvertrag einstiegen, waren das übliche Konditionen, an die wir all die Jahre gebunden waren. Alle Versuche, durch Untervermietung und andere Aktivitäten diese Kosten zu minimieren, sind gescheitert. Gerade Herr Swidersky hat mit hohem Einsatz ständig nach neuen Wegen gesucht, das Haus endlich rentabel zu machen.“ Aber der Zusammenbruch des Tonträgermarktes und der Niedergang des umliegenden Viertels habe alle Bemühungen scheitern lassen. Auch die Stadt habe trotz Kenntnis der Probleme nichts getan. Jetzt, nachdem nach jahrelangen Verlusten die schwere Entscheidung gefallen sei, mache es keinen Sinn mehr, neu nach Rettungs-Wegen zu suchen.

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