Kommt Hugendubel an die Kö nach Düsseldorf?

Hartnäckig hält sich in Düsseldorf das Gerücht, auf der Kö würde künftig doch weiter Buchhandel betrieben: Zwar wird im Mai die traditionsreiche Buchhandlung Schrobsdorff schließen [mehr…]. Doch angeblich werde nur wenige Meter davon entfernt, also in unmittelbarer Nachbarschaft und damit in wohl prominentester Lage in Düsseldorf, HUGENDUBEL eine neue Großbuchhandlung eröffnen. Was in mehrfacher Hinsicht unglaublich klingt, aber als Spekulation von hohem Reiz ist:

Zwar hat Düsseldorf mit dem STERN Verlag eine der wohl flächenmäßig größten Buchhandlungen Europas, doch die liegt weitab vom eigentlichen Zentrum. Anders als in anderen Großstädten fehlt in der Düsseldorfer Innenstadt also bislang eine ähnlich große und markante Buchhandlung. Doch gerade die Größe des STERN Verlages macht es jedem neuen Wettbewerber ungeheuer schwer, sich einen solchen Standort zu erobern. Vorstellbar wäre das nur mit großen, (unbezahlbaren?) Investitionen und an einem der markantesten Plätze Düsseldorf. Der allerdings ist tatsächlich künftig zu bekommen, weil (das ist jetzt durchgesickert) an der Kö eine unerwartete Veränderung ansteht – und das noch tatsächlich an herausragender Stelle:

Das Stuttgarter Warenhaus Breuninger, seit vielen Jahren Inhaber des Modehauses Heinemann (s. Abb.) will ihr Geschäft aufgeben. Warum, darüber muss nicht groß gerätselt werden: Die Mietbelastung für die dort geschätzt rd. 2500 qm Verkaufsfläche auf fünf Ebenen ist hoch, das ist mit Textilien angesichts der großen Konkurrenz derzeit nicht mehr zu erwirtschaften. Immerhin liegen die (Erdgeschoss)mieten dort auf der Kö bei mindesten 100€ pro qm, was allein nur für diese Ebene 50.000 € pro Monat ausmachen würde. Was für alle Etagen zusammen an Mietbelastung künftig fällig wird, ist natürlich ebenso nur zu vermuten – unter 100.000 € pro Monat dürfte sie trotzdem nicht liegen, was weitere Gedankenspiele eigentlich hinfällig macht. Ist das mit Büchern dort zu verdienen? Und wenn ja: Wie?

In der Tat aber könnten sich Düsseldorfer keinen schöneren Platz für eine Buchhandlung vorstellen als diese Ecke Kö/Blumenstraße/ Schadowstraße und gegenüber dem Eingang zur erfolgreichen Einkaufsmeile Schadowarkaden. Doch ist es vorstellbar, das an der Stelle, wo bislang Heinemann markanter Anlaufpunkt für Kö-Shopper ist, mit Büchern ein Umsatz von mindestens 15 bis 20 Mio Euro gemacht werden kann? Von der Kaufkraft der Innenstadt denkbar, weniger aber wohl von der Kundenfrequenz her. Denn da ist die Kö nicht mit dem Marienplatz zu vergleichen – und hat sich auch bislang nicht unbedingt als idealer Buchstandort erwiesen: Selbst die erfolgsverwöhnte Mayersche hat sich auf der Kö (allerdings an ihrem anderen, weniger attraktivem Ende) mit der Übernahme der Traditionsbuchhandlung Lincke einst eine blutige Nase geholt und den Standort dann ganz aufgegeben.

Egal, was wird: Düsseldorf wird sicher weiter im Visier der Großen bleiben. Denn von Thalia wird gemunkelt, dass es Vorverträge mit dem (geplanten) Einkaufszentrum am Bilker Bahnhof gibt. Doch das ist auch nicht gerade Zentrum….

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