Leverkusen: Middelhauve hat Insolvenz angemeldet

Nicht einmal die örtliche Zeitung hat bisher darüber berichtet: Die Dr. Friedrich Middelhauve GmbH & Co. KG in Leverkusen hat in der vorigen Woche Insolvenz angemeldet. Am Mittwoch aber soll es bei einer Betriebsversammlung mehr Infos geben.

Dem langjährigen Marktführer am Ort ist es sichtlich nicht gelungen, ein wirksames Konzept gegen das seit 24. Februar d. J. eröffnete neue ECE-Einkaufszentrum „Rathaus Center“ zu finden: Das ziehtdie Kundenströme am Ort magisch an und das betrifft auch andere Läden am Ort, auch große. Ein Beobachter: „Selbst beim Kaufhof muss man heute Kunden mit der Lupe suchen.“

Bei Middelhauve kam hinzu der umsatzschwache Sommer und die allgemeine Konjunkturschwäche, die nach Auskunft der Middelhauve-Geschäftsleitung die Bank veranlasst hat, die Reißleine zu ziehen. So blieb Middelhauve-Inhaber Friedhelm Lennartz nur noch der Gang zum Registergericht.

Als vorläufiger Insolvenz-Verwalter ist der Märklin-Insolvenzverwalter Michael Pluta bestimmt worden, der nach Auskunft betroffner Mitarbeiter bis Anfang September ein Konzept vorlegen will, ob und vor allem wie die vier Läden mit insgesamt rund 40 Mitarbeitern weitergeführt werden können. Sie knüpfen daran „große Hoffnung“, weil er sichtlich professionell vorgeht, wie ein Mitarbeiter sagt.

Die Lage ist aber schwierig: Middelhauve hat vier Standorte, zwei Läden etwa mit 150/200 qm, zwei jeweils mit rund 450/500 qm. Der Hauptladen aber, seit vielen Jahren konkurrenzlos in Leverkusen, ist auf zwei Etagen für die Kunden nicht so attraktiv wie etwa der neue Thalia-Laden im ECE-Center mit 900 qm (im Center kommt auch noch ein Weltbild-Laden dazu).

Dass Middelhauve, über Jahre unangefochtener Marktführer in der Region, den Trend zur Größe verschlafen habe, kann man so nicht sagen: Dem Unternehmen war es trotz vieler Bemühungen in all den Jahren einfach nicht gelungen, eine rentable Fläche von etwa 1000 qm zu finden. Das hatte bisher auch die Wettbewerber abgehalten, die auch keine Fläche fanden – bis das Einkaufszentrum mit rd. 22.000 qm kam.

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