Google schaltet mit Knol neue Wissensplattform und Wikipedia-Konkurrenz frei

Wie mehrere Medienplattformen berichten, unter anderem kress.de und heise.de, hat Google jetzt seine Wissenplattform Knol freigeschaltet. Bereits im vorigen Jahr hat Google seine Alternative zur Online-Enzyklopädie Wikipedia und zum Konkurrenzprodukt Citizendium vorgestellt. Heute hat das Internetunternehmen eine amerikanische Betaversion von Knol – Kurzform von Knowledge – den Zugang eröffnet. Im Gegensatz zur „Weisheit der Massen“, auf die Wikipedia setzt, sollen in Knol primär einzelne Autoren oder kleine Gruppen von kooperierenden Autoren mit ihrem Realnamen hochwertige Beiträge Googles Anti-Wikipedia schreiben, so heise.de

Wie es heißt, erhofft sich Google durch das Herausstellen der Autoren eine höhere Qualität zu erzielen und auch Experten anzulocken, die nicht wollen, dass ihre Texte von anderen verändert und ergänzt werden. Allerdings gilt als fraglich, ob die hohen Ansprüche eingehalten werden können. Bisher erfährt man in einem Artikel eines Handwerker-Journals, wie man eine Toiletten-Verstopfung beseitigt, Mediziner geben Auskunft über Diabetes oder zur Menopause.

Wie auch bei der angegriffenen Konkurrenz Wikipedia können zwar alle registrierten Nutzer Vorschläge zur Änderung eines Artikels machen, sie müssen aber von dem Haupt-Autoren eines Artikels freigeschaltet werden. Es ist auch möglich, jegliche Kollaboration zu verweigern. In dem Fall können Knol-Leser lediglich Kommentare unterhalb des Artikels hinterlassen.

Im Unterschied zur Wikipedia können die Knol-Autoren Werbung von Google AdSense einbauen und damit Geld verdienen. Die Anzeigen sind mit dem Inhalt der Artikel abgestimmt, jedes Mal, wenn ein Leser auf den Anzeigenlink klickt, klingelt es beim Autor in der Kasse. Zudem verspricht Google, dass die Artikel in der Suchmaschine „angemessen“ präsentiert werden.

Zur Frage, wann es das Angebot auf Deutsch geben wird, sagt Stefan Keuchel, Unternehmenssprecher von Google-Deutschland gegenüber buchmarkt.de: „Bislang gibt es diesen Service nur mit einem englischen User Interface, aber wir arbeiten an der Lokalisierung. Einen konkreten Starttermin für ein deutsches User Interface kann ich heute nicht nennen. Deutsche Nutzer können jedoch bereits heute deutsche Knols verfassen.“

Dass Google das neue Projekt nun freischaltet, hatte das Unternehmen auf einem Blog angekündigt, dessen Text hier nachzulesen ist: http://googleblog.blogspot.com/2008/07/knol-is-open-to-everyone.html

Hat Wikipedia nun bereits beleidigt reagiert oder war es ein Versehen? Wie die Nachrichten Seite die-top-news.de berichtet, habe Wikipedia einen großen Teil seiner Seiten mit einem Metatag versehen, der es vielen Suchmaschinen nicht mehr erlaubt die Wikipedia Seiten in ihren Index aufzunehmen.

Wie es heißt, wird der Bot zusätzlich angewiesen, auch die Links nicht mehr zu verfolgen. Das hat dann zur Folge, das ein Großteil der sehr gut platzierten Wikipedia Seiten bald nicht mehr über Google zu finden sein dürften.

Spekuliert wird, ob das ganze gewollt ist, oder ob es sich lediglich um eine Panne handelt, die beispielsweise beim Aktualisieren des Templates entstand.

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