Prachner in Wien verkauft Standorte / Übernimmt König Museumsshop?

Das ist ein Schock für die Kulturwelt in Wien. „Ein Kapitel Buchhandelsgeschichte geht zu Ende“, so eröffnet der österreichische Standard seine Meldung. Der Wiener Traditionshändler Prachner zieht sich nach hohen Verlusten aus dem Markt zurück.

Inhaber Andreas Tarbuk sucht für seine im Museumsquartier auf Kunst und Architektur spezialisierte Filiale Käufer. Auch sein Shop im Auhofcenter ist zu haben. Der British Bookshop in der Mariahilfer Straße wird ebenfalls aufgelöst und voraussichtlich durch einen Gastronomiebetrieb ersetzt. Auch vom zweiten und letzten British Bookshop in der Innenstadt will sich Tarbuk langfristig trennen.

„Die Geschäftsentwicklung war nicht wie erwartet, ich sehe für meine Buchhandlungen keine Zukunft“, begründet der Betriebswirt im Standard-Gespräch seinen Rückzug aus der Branche. Wie es heißt soll im Museumsquartier der Kölner Buchhändler König die Nachfolge antreten; er eröffnete vor kurzem auf der Museumsinsel Berlin. Unterschrieben sei bisher aber noch nichts, der Zeitplan habe sich nach hinten verschoben, sagt Tarbuk. Verhandlungen mit dem Wiener Buchhändler Leporello scheiterten. „Wir haben uns sehr für den Standort interessiert“, bestätigt Chefin Rotraut Schöberl. Die geforderte Ablöse sei jedoch zu hoch.

Prachner war seit 1931 in Familienhand. Tarbuk, Miteigentümer der gleichnamigen Autodynastie, die heute von dem Sanierer Erhard Grossnigg gelenkt wird, übernahm den Betrieb von seinem Onkel. 1998 erweiterte er ihn um die British Bookshops, 2000 erwarb er von Helmut Godai dessen Lebenswerk mit sechs Filialen.

Tarbuk sei an der Expansion gescheitert, heißt es in Wiener Branchenkreisen.

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