Signal für die Branche: Diskussion über Kurzarbeit bei Hugendubel

Die zweitgrößte deutsche Buchkette Hugendubel diskutiert nach einer Klausurtagung mit allen Führungskräften darüber, vorsorglich für alle Mitarbeiter (rund 1100! in 28Filialen) Kurzarbeit bis Ende November anzumelden. Hugendubel Geschäftsführer Thomas Nitz: „In der derzeit schlechten Lage im Handel scheint uns diese Maßnahme angemessen, es wäre eine reine Vorsorgemaßnahme, damit wir nicht gezwungen sind, später für uns wichtige Mitarbeiter zu entlassen.“ Nitz: „Ehrlich gesagt befürchten wir, dass das Kaufklima sich auf absehbare Zeit nicht bessert.“

Die SZ schreibt heute schon einen Kommentar dazu, der recht deutlich beschreibt, was ein Signal für unsere Branche ist:

„In den Filialen der Buchhandelskette Hugendubel soll in den nächsten Tagen die Kurzarbeit eingeführt werden. Ist denn eine Buchhandlung ein Industrieunternehmen, das sparen kann, indem es weniger produziert? Nein, aber es kommen offensichtlich immer weniger Kunden, die ein Buch kaufen wollen. Der kleine Buchhändler wäre in dieser Lage in seinem Laden sitzen geblieben, um den irgendwann dann doch wiederkehrenden Kunden zu empfangen. Denn er muss nur wenige Angestellte bezahlen, und er selbst kann eher von schwankenden Einkünften leben. Eine große Buchhandlung, eine Kette gar, kann so nicht rechnen. Sie muss ihre Verkäufer bezahlen. Alles deutet daraufhin, dass die größte Krise des deutschen Buchhandels nach dem Krieg begonnen hat. Und es klingt nicht mehr unwahrscheinlich, was die Auguren sagen: Erst haben die Ketten die freien Buchhandlungen aus den kleinen und mittleren Städten verdrängt. Dann verschwinden sie selber.“

Nitz führt das derzeit schlechte Kaufklima, das vor allem die großen Läden trifft, weil bei ausbleibenden Käufern die Mietkosten zu großer Belastung werden, auch auf die immer noch verhandene Kaufunlust der Kunden wg. der Euro-Umstellung zurück: „Viele Kunden sind immer noch wütend auf uns, weil sie uns viele unverständliche Preiserhöhungen anlasten.“

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