Studie prognostiziert Konsolidierung im Fachbuchhandel.

„Deutscher Buchhandel auf der Intensivstation“ und „Neue Kooperationsformen sind die zukünftigen Erfolgsfaktoren in dieser Branche“ sind die beiden Stichworte, mit der eine Studie der Cell Consulting AG überschrieben werden könnte.

U.a. gerate das System der flächendeckenden Versorgung von Wissen zunehmend ins ins Wanken, da die Zahl der Sortimentsbuchhandlungen sinke. Das damit verbundene „hoch entwickelte Distributionssystem gemeinsam mit einer restriktiven
Preisbindung“ habe bisher die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Büchern in der gesamten Bundesrepublik garantiert.

Eine Umfrage der Cell Consulting AG im deutschen Fachbuchhandel zeige, dass sich der zunehmende Kostendruck im Sortimentsbuchhandel in Verbindung mit neu entstandenen Distributionskanälen, wie den Online-Vertrieb, und der
derzeitigen Wirtschaftssituation in Deutschland zu einem Flächenbrand in diesem Handelsegment ausweiten könnte. Besonders in den meist traditionsgebundenen und regional stark verwurzelten Verlagshäusern mehrten sich die Anzeichen für eine Konsolidierung. Während nämlich der Anteil an kleineren
Buchhandlungen jährlich um bis zu 10% sinkt, konnten die Großbuchhandlungen mit mehr als 50 Millionen DM Jahresumsatz ihren Marktanteil auf mehr als 20% ausweitenEs sei absehbar, dass sich gerade die mittelständischen Verlagshäuser von ihren unprofitablen Fachbuchhandlungen – und damit ihren
„Ursprungszellen“ – trennen müssen, die heute nicht mehr zu deren
Kernaktivitäten zählen.

„Die Konzentration im Buchhandel werde durch den Online-Buchhandel noch verschärft: Während große Buchhandelsorganisationen Nachteile gegenüber der
Online-Konkurrenz noch durch einen Erlebniseinkauf wettmachen könnten, seien kleinere Buchhändler diesen Anbietern hilflos ausgeliefert. Deren Versuche, einen eigenen Online-Vertrieb aufzubauen, ohne eine zugrundeliegende überregionale Marke zu schaffen, hhätten sich in der Vergangenheit meist als
unprofitabel erwiesen“, stellt Dr. Ralf Strauß, Director bei Cell Consulting AG, fest.

Die Mehrzahl der 108 befragten Sortimentsbuchhändler klage über eine deutlich zunehmende Kostenbelastung. Als Hauptschwierigkeiten wurden dabei Schwierigkeiten in der Lagerhaltung, der Warenwirtschaft und im Einkauf mit jeweils 86 Prozent angegeben. Aber auch hohe Mieten, besonders in City-Lagen sowie eine zu geringe Umschlagshäufigkeit wurden mit je 72 Prozent genannt.

Darüber hinaus verwiesen die befragten Sortimenter allerdings auch auf interne Probleme, wie ein unzureichendes Controlling, eine viel zu geringe Bedarfskontrolle und einen immer noch sehr rudimentären Einsatz von IT-Systemen hin.

Insgesamt äußerten sich gut 20 Prozent der befragten Buchhändler bei der Einschätzung ihrer wirtschaftlichen Zukunft als „äußerst besorgt“. 35 Prozent gaben an, einen unmittelbaren Sanierungsbedarf zu erkennen.

Die Berater von Cell Consulting sehen aber auch Wege aus der Krise. Neben den Maßnahmen der klassischen Unternehmenssanierung oder der Einbringung in eines der großen Buchhandelsunternehmen sollen vor allem neue Kooperationsformen im Handel den zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg sicherstellen. Durch die Schaffung neuer Einkaufsverbände oder moderner
Franchisekonzepte ließen sich, so Cell Consulting, die Vorteile einer regionalen Marktpräsenz und Tradition mit den erforderlichen Größenvorteilen bei Einkauf, Lagerhaltung, Prozessen und IT-Einsatz verbinden.

Die Cell Consulting AG ist ein Management-Beratungsunternehmen mit Fokus auf Lösungen für die geänderten Herausforderungen der „Network Economy“ mit über 100 Beratern u. a. in
den Industrie-Bereichen Automobil- und Fertigungsindustrie, chemische Industrie, HighTech, Transport, Einzelhandel und Konsumgüterindustrie, Telekommunikation und Medien. In Deutschland hat die Cell Consulting AG Büros in Frankfurt (Unternehmenssitz), München und Berlin. Info: http://www.cell-consulting.com

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