Buchhandel Buchhandlung Schutt Frankfurt: Geht es weiter?

Heute war der erste Termin vor dem Landgericht Frankfurt, in dem es um die Buchhandlung Schutt in Frankfurt-Bornheim ging. Kläger und Hauseigentümer Hans Joachim Bader, zum Termin verhindert, war durch seinen Anwalt vertreten, die Beklagte, Buchhändlerin und Inhaberin der Buchhandlung Schutt, Angelika Schleindl, war selbst mit ihrem Anwalt anwesend. Gegen Schleindl hatte Bader eine Räumungsklage eingereicht.

Zunächst sprach Richterin Schneider zur Sachlage. 1981 hatte der damalige Buchhändler und Inhaber Heinz Schutt mit dem Vermieter Ernst Bader einen Mietvertrag abgeschlossen. In einem Nachtrag wurde Angelika Schleindl 1998 als Nachfolgerin eingetragen.

2019 glaubte Schleindl, nun für sich selbst eine Nachfolgerin gefunden zu haben. Eigentlich sollte diese Nachfolgerin in den Vertrag eintreten, aber mit ihr wurde ein neuer Vertrag geschlossen – die Miete betrug nun gut das Doppelte. Ein Verkauf der Buchhandlung selbst sei nicht zustande gekommen, jedoch auch nicht Gegenstand des Verfahrens.

Die Kernfrage, so die Richterin, drehe sich um das Mietverhältnis. Der vorliegende Text sei jedoch nicht eindeutig, eine Beweisaufnahme mit mehreren Zeugen sei wohl notwendig.

Also kein kurzer Prozess. Man war sich einig darin, dass Mietpreise nicht über Jahrzehnte bestehen bleiben können. Beide Seiten gingen ein Stück aufeinander zu, so der Eindruck. Demnächst werden Vertreter beider Seiten in einem Lokaltermin Sanierungsarbeiten, die Angelika Schleindl beauftragte und finanzierte, in Augenschein nehmen. Auch diese Investitionen könnten bei der Festsetzung der neuen Miete eine Rolle spielen; Schleindl erklärte sich bereit, über ein Angebot nachzudenken, Baders Anwalt äußerte bereits eine Vorstellung über den künftigen Mietzins.

Das Antiquariat erwartet seine Gäste

Im Dezember wird es eine Beweisaufnahme vor Gericht geben. Ein Kompromiss wäre gut – das machte auch die Richterin deutlich. Der Vermieter, der vor Jahren selbst Veranstaltungen in der Buchhandlung Schutt besucht hatte, könnte dem Stadtteil ein kulturelles Zentrum erhalten. Angelika Schleindl könnte noch eine Weile weiter mit ihrem Team Buchhandlung und Antiquariat führen. Man müsste eben wieder miteinander reden, Aversionen hintanstellen. Eine Weiterführung der Traditionsbuchhandlung wäre für alle Seiten ein Sieg – für den Vermieter, der weiterhin auf sichere Einnahmen zählen kann, für Angelika Schleindl, die ihr Herzblut in die Buchhandlung gesteckt hat und nicht zuletzt für die vielen Literaturliebhaber, die den besonderen Charme des Antiquariats als Veranstaltungsraum seit vielen Jahren schätzen.

JF

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