"Für ihre beeindruckende Fähigkeit, Verdichten von Empfindungen und kritisches Engagement rhetorisch wirkungsvoll zu verbinden" Der Manès Sperber-Preis für Literatur 2021 geht an Marica Bodrožić

Marica Bodrožić erhält für ihr Gesamtwerk den mit  8.000 Euro dotierten Manès Sperber-Preis für Literatur 2021.

Marica Bodrožić

In der Jury-Begründung heißt es: „Die Jury würdigt mit der Zuerkennung des Manès Sperber-Preises 2021 an Marica Bodrožić das literarische Schaffen einer bedeutenden Autorin, die in Lyrik, erzählender Prosa und Essayistik sowie als Übersetzerin aus dem Englischen und Kroatischen einen herausragenden Beitrag zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur leistet. Ihre inzwischen in dreizehn Sprachen übersetzten Werke zeichnen sich durch ein hohes Maß an Reflektiertheit aus, die eine betont expressive neoromantisch grundierte Sprachkunst ebenso einschließt wie eine von sinnlicher Anschaulichkeit geprägte Form der Darstellung. Vor allem in ihren Romanen Das Gedächtnis der Libellena; Kirschholz und alte Gefühle sowie in den Erzählungen Der Windsammler und in der Prosa Mein weißer Frieden stellt Bodrožić ihre beeindruckende Fähigkeit unter Beweis, Verdichten von Empfindungen und kritisches Engagement rhetorisch wirkungsvoll zu verbinden.“

Die wechselnde Jury setzt sich aus einem/einer Autor*in, einem/einer Litertaurwissenschaftler*in und einem/einer Kritiker*in zusammen.

Der Manès Sperber-Preis für Literatur wird vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport in Kooperation mit der Manès Sperber-Gesellschaft für hervorragende literarische Leistungen im Bereich gesellschaftspolitischer Roman, politisch-literarische Essayistik oder gesellschaftspolitisch bedeutsame Kulturphilosophie seit 1985 alle zwei bis fünf Jahre verliehen. Aus Hochachtung vor seinem literarischen, psychologischen und gesellschaftspolitischen Werk wurde der Preis nach dem französisch-österreichischen Autor Manès Sperber (1905-1984) benannt.

Marica Bodrožić, 1973 im Hinterland von Split in Dalmatien geboren. 1983 siedelte sie nach Hessen über. Sie schreibt Gedichte, Romane, Erzählungen, Essays, die sich stets im Resonanzraum von Ethik und Ästhetik bewegen und aus einem geistig ausgerichteten Sprachbewusstsein schöpfen. Seit ihrem Debüt Tito ist tot (2002) sind zahlreiche Bücher erschienen, die sich mit Gedächtnis und Erinnerung, Philosophie und Mystik auseinandersetzen. Dafür wurde sie vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem European Prize for Literature (2013), dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung (2015) und zuletzt (2020) mit dem Walter-Hasenclever-Literaturpreis für ihr Gesamtwerk. Marica Bodrožić lebt mit ihrer Familie in Berlin. Sie ist Mitglied des Deutschen PEN-Zentrums.

 

Kommentare (1)
  1. Würden Sie eine weniger willkürliche und unverstümmelte Schreibweise pflegen, könnte man die Texte u. U. sogar lesen.
    Sprachregeln sind ein untaugliches Objekt für pseudopolitische Spielereien.

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