Mitarbeiterin Monika Noll konnte am 1. August auf 45 Jahre Betriebszugehörigkeit zurückblicken Die Buchhandlung Roth feiert ein besonderes Jubiläum

Das gibt es nicht alle Tage und wird in der Buchhandlung Roth sehr wahrscheinlich einzigartig bleiben. Monika Noll konnte am 1. August auf 45 Jahre Betriebszugehörigkeit zurückblicken. „Ihre Begeisterung und Leidenschaft fürs Buch ist all die Jahre gleich groß geblieben“, zollt Chefin Barbara Roth der gelernten Buchhändlerin ein dickes Lob. Die Jubilarin versichert mit glänzenden Augen: „Die Entscheidung, Buchhändlerin zu werden, habe ich nie bereut.“

Zum Jubiläum gratulierten das gesamte Team, ehemalige Weggefährtinnen sowie auch Offenburgs OB Marco Steffens. Seine Glückwünsche überreichte stellvertretend der Leiter der Stabstelle OB Büro, Tobias Uhrich

Fast an einem Drittel der Unternehmensgeschichte hat Monika Noll aktiv mitgewirkt: 1975 kam sie als junge Auszubildende in die Offenburger Traditionsbuchhandlung, die 1897 von Gustav Roth gegründet wurde – dem Urgroßvater der heutigen Inhaberin. Die 56-Jährige spricht von einem „Glücksfall“, wenn sie an ihre Anfänge zurückdenkt. Aufgewachsen in Schutterwald wurde die Leiterin der Pfarrbibliothek auf das junge Mädchen aufmerksam, das bereits als Zehnjährige viele Klassiker verschlungen hatte. Für die Pfarrbibliothekarin war Monika eine große Hilfe: „Für dich wäre die Tätigkeit als Buchhändlerin ideal“, gab sie der jungen Mitarbeiterin mit auf den Lebensweg. Sie sollte Recht behalten.

Nach der Mittleren Reife begann Monika Noll, die damals noch ihren Mädchennamen Armbruster trug, als „Lehrling“ bei Roth in der Hauptstraße. Es war vor allem der Unterricht bei Hermine Roth, der einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Während sich Inhaber Klaus Roth um den kaufmännischen Bereich kümmerte, war seine Frau Hermine für den literarischen Part zuständig. Die Latein- und Deutschlehrerin sorgte für eine profunde Ausbildung der angehenden Buchhändlerinnen und Buchhändler, zwei Mal pro Woche kamen die Auszubildenden vor Ladenöffnung um 7.30 Uhr zusammen. „Das Thema Allgemeinbildung war Frau Dr. Roth ganz wichtig“, sagt Monika Noll. Bis heute profitiere sie von dieser Grundlagenarbeit.

Anfang 1978 bestand Monika Noll die mündliche Prüfung. Nach einem Jahr im Hintergrund mit dem Bestellbuch ging es 1979 so richtig in der Buchhandlung los. Es war das Todesjahr des Inhabers Klaus Roth – und damit verbunden ein Wechsel in der Chefetage: Hermine Roth führte das Geschäft weiter und spornt 1982 die 24-jährige Monika an, die Ausbildereignungsprüfung zu machen. Die junge Buchhändlerin hatte dafür gerade das Mindestalter erreicht. Bis 1996 kümmerte sie sich gemeinsam mit ihrer Chefin um die Auszubildenden. Von 1982 bis 1986 war sie zudem erste Sortimenterin und damit Stellvertreterin von Hermine Roth – ein Job, der mit „ganz vielen Aufgaben“ verbunden war, wie Monika Noll versichert. 1992 wechselte sie von der Belletristik zum Kinder- und Jugendbuch: „Es war eine spontane Entscheidung.“ Bereut hat sie Monika Noll nicht, auch wenn sie sich bis heute mit den Neuerscheinungen für die Erwachsenen auf dem Laufenden hält. Der Zielgruppe entsprechend müssen Kontakte zu Kindergärten und Schulen gepflegt werden. Es gibt mehr Veranstaltungen und organisatorische Aufgaben. Ihre Einsatzfreude für die Welt der Bücher und „ihre“ Buchhandlung endet nicht mit dem Feierabend. Nach Dienstschluss werden die Neuerscheinungen gelesen – Monika Noll kommt auf rund 100 Bücher pro Jahr. Auch von manch einem Urlaub hat die dienstälteste Mitarbeiterin Anregungen mitgebracht, die gerne für die nächste Lesung oder die Schaufensterdekoration aufgegriffen werden.

Was macht eine gute Buchhändlerin aus? Monika Noll muss nicht lange überlegen: „Das passende Buch empfehlen!“ Beratungskompetenz sei das A und O und zugleich das Rezept, um mit dem Internetversand konkurrieren zu können. Und wie steht es um die Zukunft des gedruckten Buchs? Auch wenn Monika Noll selbst einen Reader für E-Books besitzt, am gedruckten Buch führt für sie kein Weg vorbei. Der Geruch, der Zugriff, das Lesezeichen: „Wenn ich ein Buch in der Hand habe, fühlt es sich fast an wie etwas Lebendiges.“

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