Sie haben "ein Verfahren des dialogischen Übersetzens perfektioniert, das unterschiedliche poetische Positionen in einem vielstimmigen Gespräch miteinander verbindet" Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung geht an Orsolya Kalász und Monika Rinck

Anlässlich des 41. Erlanger Poetenfests (26. bis 29. August 2021) vergibt die Stadt Erlangen den neunten Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird in diesem Jahr an die Autorinnen und Übersetzerinnen Orsolya Kalász und Monika Rinck verliehen. Die Preisträgerinnen nehmen die Auszeichnung am Donnerstag, 26. August 2021, 18:00 Uhr im Kreuz+Quer entgegen, die Laudatio hält die Preisträgerin von 2019 Theresia Prammer.

Die Jury: „Orsolya Kalász und Monika Rinck erhalten den Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung für ihre Übersetzungen ungarischer Gegenwartsliteratur von András Gerevich, Bálint Harcos, István Kemény, István László G., János Térey, Kinga Tóth und anderen. Die Jury würdigt damit auch die besondere Form ihrer Zusammenarbeit. Orsolya Kalász und Monika Rinck haben ein Verfahren des dialogischen Übersetzens perfektioniert, das unterschiedliche poetische Positionen in einem vielstimmigen Gespräch miteinander verbindet.“

Über die Ausgezeichneten: „Die 1964 in Ungarn geborene Lyrikerin und Übersetzerin Orsolya Kalász besitzt mehrere sprachliche und kulturelle Identitäten. Ihre Gedichte, die sie auf Deutsch und Ungarisch schreibt, halten Zwiesprache mit dem Anderen im Resonanzraum einer vielstimmigen Dichtung. Seit dem Jahr 2000 arbeitet sie mit Monika Rinck zusammen, mit der sie bislang acht Gedichtbände aus dem Ungarischen übersetzte. Die 1969 in Zweibrücken geborene Monika Rinck ist eine der originellsten und eigensinnigsten Stimmen der neueren deutschen Literatur. Poesie ist für Monika Rinck eine Erkenntnisform. In ihrem dichterischen und essayistischen Werk widmet sie sich den Übergängen in vielerlei Gestalt – zwischen Genres und Disziplinen, zwischen Sprachen, Ländern und Menschen. Sie übersetzt aus dem Ungarischen (zusammen mit Orsolya Kalász), aus dem amerikanischen Englisch (zusammen mit Uljana Wolf) und aus dem Schwedischen (unter Hypnose).“

Das Erlanger Poetenfest hat sich die Förderung von Poesie als Übersetzung zur Aufgabe gemacht. In diesem Jahr findet im Rahmen des 41. Erlanger Poetenfests die 17. Erlanger Übersetzerwerkstatt statt. Mit Übersetzerwerkstatt und Übersetzerpreis will die Stadt Erlangen die Wahrnehmung dafür schärfen, wie sehr gerade Übersetzungen und Einflüsse aus fremden Sprachen und Kulturen die deutschsprachige Gegenwartsliteratur bereichern.
Die Jury des Erlanger Literaturpreises für Poesie als Übersetzung besteht selbst aus Übersetzer:innen. Der Jury gehören in diesem Jahr an: Dagmara Kraus (Berlin), Adrian La Salvia (Erlangen – Jury-Sprecher), Benedikt Ledebur (Wien), Theresia Prammer (Berlin), Ilma Rakusa (Zürich), Yoko Tawada (Berlin) und Uljana Wolf (Berlin, New York).

Die bisherigen Preisträger:innen des Erlanger Literaturpreises für Poesie als Übersetzung sind: Felix Philipp Ingold (2005), Georges-Arthur Goldschmidt (2007), Barbara Köhler und Ulf Stolterfoht (2009), Elke Erb (2011), Yoko Tawada (2013), Uljana Wolf (2015), Dagmara Kraus (2017) sowie Theresia Prammer (2019).

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