Eine der ersten realen Kulturveranstaltungen dieses Jahres Festival LIT:potsdam zieht positive Bilanz

Mit über 17 Open-Air-Veranstaltungen und mehr als 40 Teilnehmenden ging am Sonntagabend das Festival LIT:potsdam zu Ende. Die meisten Lesungen und Gespräche waren in kurzer Zeit ausverkauft, insgesamt konnten sie trotz Corona bedingter Zutrittsbeschränkungen rund 2.000 Personen vor Ort live verfolgen.

Richard Gaul, Vorsitzender des Vereins lit:pots e.V., betonte: „2021 war ein ganz besonderes Festival: Über dieser Woche in Potsdam schwebte ein Gefühl der wiedergewonnenen Freiheit; man spürte bei Autorinnen und Autoren wie beim Publikum die Erleichterung und die Freude über das Wiedersehen nach langer, durch die Pandemie erzwungener Abwesenheit. Und dann kam auch noch Glück dazu: Mitten im Festival gab das Kabinett in Brandenburg weitere Lockerungen bekannt. Mit rund 2.000 Gästen war LIT:potsdam ein voller Erfolg.“ Kulturministerin Manja Schüle hob hervor: „LIT:potsdam bringt die Öffentlichkeit in ganz besondere Räume und bereitet der Literatur eine Bühne, die groß genug ist, um der Sprache zu ihrem Recht zu verhelfen. Aber klein genug, um Intimität zuzulassen. LIT:potsdam bietet immer mehr als eine Lesung aus einem Buch, es ermöglicht Begegnungen mit Literatur.“

Literarischer Auftakt mit Mithu Sanyal und Sharon Dodua Otoo ©LIT:potsdam

Am Beginn des Festivals stand erstmals die Fachtagung „Schreiben und Publizieren im digitalen Zeitalter“, zu der sich Vertreter und Vertreterinnen der Verlags- und Medienbranche im Park der Villa Schöningen trafen. Die literarischen Lesungen und Gespräche eröffneten Sharon Dodua Otoo (Adas Raum) und Mithu Sanyal (Identitti). Moderatorin Anne-Dore Krohn stellte ihre neuen Bücher als „die beiden aufregendsten Romane des Frühjahrs“ vor. Zum Abschluss des sechstägigen Festivals berichteten Helga Schubert und Bernhard Schlink, was literarisches Schreiben für sie bedeutet. Helga Schubert erklärte, dass sie Geschichten immer formal unter Kontrolle haben müsse. Zwischen erstem und letztem Satz zählten vor allem die unerwarteten Wendungen und Kipppunkte. Ihr Antrieb sei es, Lebensgeschichte in Literatur zu verwandeln. Bernhard Schlink erlebt das Schreiben eher als Flucht, mit der er sich in eine andere Welt bewege. Schreibend möchte er dem Erlebten eine neue Gestalt geben, „nicht nur ‚ein‘ Leben leben“.

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