Veranstaltungen Frankfurt: Ausstellung „Lara protects me“ im Museum Angewandte Kunst

„My heart goes with them to protect you. Love you. Lara. 1/06/2011.“ Diesen mysteriösen Zettel fand Kuratorin Mahret Kupka in ihrem Hotelzimmer in der georgischen Hauptstadt Tbilisi auf ihrer ersten Reise im April 2016. Bis heute bleiben die Worte ein Geheimnis. Und sie gaben der Ausstellung im Erdgeschoss des Museums Angewandte Kunst in Frankfurt den Titel. Die Kuratorin brachte Videos, Objekte, Fotografien, Mode, eine ganze Galerie und ein Magazin aus Georgien mit – alles steht für eine neue Generation. Die Künstler sind zwischen 1975 und 1997 geboren. Ihre Arbeiten spiegeln ein neues, selbstbewusstes Georgien wider, das an mancher Stelle Traditionelles mit Neuem überraschend verknüpft. So wie die eigentlich am Computer entstandenen Zeichnungen von Salome Jokhadze; ein Skater, Frauen in traditioneller Kleidung, ein Mann, der ein Schaf aufspießt.

Tamar Chaduneli und Mahret Kupka

Analoge und digitale Techniken vereint auch Tamar Chaduneli, die seit 2017 an der Städelschule studiert und mehrere Arbeiten mit ungewöhnlichem Materialmix präsentiert.

Ein Jackett ist mit wunderbaren, schön gerundeten georgischen Buchstaben geschmückt, es gehört zur Kollektion des Labels Situationist des Designers Irakli Rusadze. In der Serie Dreamcatchers der vielseitigen Künstlerin Tamuna Karumidze entwickelte diese ein bewegliches textiles Objekt extra für die Frankfurter Ausstellung.

Porträts in Schlafzimmern fertigte Dina Oganova an. Alle zehn Jahre will sie zu den Fotografierten zurückkehren und so nicht nur Bilder, sondern auch Geschichten sammeln.

2017 gründeten Gvantsa Jishkariani und Nata Kipiani in einem ehemaligen Kiosk in einer Fußgängerunterführung im Zentrum von Tbilisi die Patara Gallery und bauten einen ähnlichen Raum in Frankfurt auf. Zeitgleich sind nun am Main die in Tbilisi gezeigten Objekte auf Monitoren zu sehen.

Der Musiker und Soundkünstler Irakli Kiziria fing die Klänge der georgischen Hauptstadt ein und verknüpfte sie mit elektronischem Sound, der Klangteppich komplettiert die Exposition.

Editorial des Magazins „Danarti“

Ausgestellt ist auch die jüngste Ausgabe des 2011 von Elene Abashidze, Ana Chorgolashvili und Natuta Bagrationi gegründeten zweisprachigen Magazins Danarti. Das fünfte Heft, erschienen im Dezember 2017, hat den Titel Die 90er überleben. Es wird auf einem Tisch vor einer blauen Wand präsentiert, man kann darin blättern und lesen. „Blau war eine dominante Farbe in Tbilisi. Mit blauen Planen wurden baufällige Häuser abgedeckt, Fassaden, die gerade saniert werden, geschützt“, erklärte Mahret Kupka. Noch einmal kommt sie auf die ominöse Lara zurück. „Ich habe meinen Gesprächspartnern von diesem Zettel erzählt, und sie erzählten mir dann ihre Geschichten.“ Lara beschützte also nicht nur, sie half auch weiter.

Die Ausstellung ist bis zum 20. Januar im Richard Meier-Bau am Schaumainkai 17 zu sehen und gehört zum kulturellen Rahmenprogramm des diesjährigen Ehrengastes der Frankfurter Buchmesse.

JF

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