„Aktueller könnte der Roman nicht sein“ Franz Dobler liest in der Kriminalbuchhandlung Glatteis

Am Samstagabend stellte Franz Dobler seinem dritten Roman Ein Schuss ins Blaue (Klett Cotta / Tropen) mit dem Ex-Kriminalhauptkommissar Robert Fallner in der Münchner Krimi-Buchhandlung Glatteis vor.

„Ein Schuss ins Blaue“: Franz Dobler und Knut Cordsen (rechts)

Dobler hatte 2015 für Ein Bulle im Zug und 2017 für Ein Schlag ins Gesicht (beide Klett Cotta / Tropen) jeweils den Deutschen Krimipreis erhalten. Fallner arbeitet nun lustlos in der Sicherheitsfirma seines Bruders. Für die Ergreifung eines islamistischen Attentäters wird aus dubioser Quelle viel Geld geboten. Gewohnt präzise, respektlos und schlagfertig bewegt sich Fallner gemeinsam mit seinem jüdischen Partner Landmann im Münchner Bahnhofsmilieu mit nur einem unscharfen Foto und einer zweifelhaften Adresse auf der Suche nach einer heißen Spur: Fallners griechisches Lieblingslokal und ein irakischer Gemüseladen bilden den Ausgangspunkt für politisch aufgeladene Binnengeschichten.

BR-Moderator Knut Cordsen führte nicht zum ersten Mal geradlinig und packend durch einen Dobler-Krimi-Abend: „So privat waren Deine Fragen aber noch nie“, reagierte der Autor verblüfft, als Cordsen ihn mit seinem Studium der evangelischen Theologie konfrontierte. „Nur vier Semester“, erklärte Dobler. Die wirken nach: Geflüchtete, Juden und Muslime werden mal lässig und derb, mal feinfühlig und witzig mit der Münchner Nazi-Szene konfrontiert. „Aktueller könnte der Roman nicht sein“, konstatierte Cordsen. Die auf dem rechten Auge blinde Polizei im Roman findet ihr Pendant in der Realität, wurde doch erst am Tag vor der Lesung das Attentat am Münchner Olympia-Einkaufszentrum nach mehr als drei Jahren endlich vom LKA als rechtsextrem motiviert eingestuft.

 

„Das ist hier seine einzige offizielle Lesung in diesem Jahr aus seinem neuen Buch“, freute sich Monika Dobler, Inhaberin der Buchhandlung Glatteis, der einzigen reinen Krimi-Buchhandlung in ganz Bayern mit der möglicherweise höchsten Decke aller Buchhandlungen in ganz Deutschland. Der Laden an der Baader-, Ecke Corneliusstraße, zwischen Gärtnerplatz und Isar ist stadtbekannt, war einmal mehr voll besetzt und feiert nächstes Jahr ihr zwanzigjähriges Bestehen.

nb

 

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