Gerhard Beckmanns Meinung: Warum gibt es in der deutschen Buch- und Medienbranche keine Frauen in Führungspositionen?

Die Frage stellt sich nach einer Sensationsmeldung aus Großbritannien: Der neuernannte CEO bei W.H. Smith, dem – nach Waterstone’s –mit 378 Millionen Pfund Umsatz führenden dortigen Buchhandelsriesen ist nämlich eine Frau – die 38jährige Kate Swann.

Damit übernimmt in Großbritannien nun – unter den 500 größten Aktiengesellschaften des Landes, die von der Financial Times gelistet werden – eine zweite Frau die Leitung eines Konzerns. Den Anfang hat Marjorie Scardino bei Pearson gemacht.

Ein interessanter Aspekt, der hervorgehoben werden muss: Beide Ausnahmefälle betreffen die Buch- und Verlagsbranche. (Pearson ist ja bekanntlich ein internationales Multimedienhaus.) Wobei angemerkt werden muss: In Großbritannien (wie in den USA auch) spielt zudem eine ganze Reihe von Frauen eine als Verleger eine Spitzenrolle.

Ich spreche hier nicht von den Frauen, die durch private Umstände in den Eigentümerfamilien an die Schaltstellen der Macht aufgerückt sind – nicht von Liz Mohn ( bei Bertelsmann) oder Ulla Berkewicz (bei Suhrkamp), denen jüngst Frank Schirrmacher in der FAZ das Lob gesungen hat. Ich rede hier ebenso wenig Frauen, die wie beispielsweise Antje Kunstmann oder Claudia Baumhövel (HörVerlag) einen eigenen Verlag aufgebaut oder gegründet haben. Ich denke hier an Frauen, die es – wie eben Kate Swann und Marjorie Scardino, oder die britischen Verlegerinnen – als Angestellte, nur auf Grund der eigenen Tüchtigkeit und Karriere bis nach ganz oben geschafft haben.

Warum ist so etwas allem Anschein nach bei uns unmöglich? In unseren Buchhandlungen und Verlagen setzt die Mitarbeiterschaft sich doch inzwischen ebenfalls zu schätzungsweise siebzig Prozent aus Frauen zusammen. Von denen viele gewiss nicht weniger tüchtig sind als ihre angelsächsischen Kolleginnen.

Gerhard Beckmann sagt hier regelmäßig seine Meinung … und freut sich über Antworten an GHA-Beckmann@t-online.de

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