Zwischenbuchhandel KNV Zeitfracht liefert über bookstore.de an Endkunden

Die Vorbereitungen in den stationären Buchhandlungen für den Lockdown am Mittwoch laufen auf Hochtouren, da schickt Zeitfracht diese Mitteilung: „Für den Gabentisch: Online shoppen auf www.fairtronics.de und www.bookstore.de / Führender Elektronik- und Medienlogistiker kommt mit leistungsfähigen Onlineshops zum zweiten Lockdown direkt auf die Endkunden zu“.

In der Pressemitteilung heißt es zum Thema Bücher: „Auf www.bookstore.de können Lesebegeisterte zudem das gesamte Sortiment deutscher Buchhandlungen bestellen. Die beliefert die Zeitfracht Tochter KNV Zeitfracht aus ihrem Logistikzentrum in Erfurt heraus, das mit 7,5 Millionen verschiedenen Produkten zu den leistungsfähigsten in Europa gehört. Über den Onlineshop www.bookstore.de haben Kunden Zugriff auf das komplette Programm und können so noch rechtzeitig vor Weihnachten trotz geschlossener Buchhandlungen Bücher, andere Medien oder Spiele bestellen.“

Auf Nachfrage von buchmarkt.de, warum KNV Zeitfracht nun im Online-Geschäft in direkte Konkurrenz zu seinen Buchhandels-Kunden trete, antwortet Heinz Joachim Schöttes, Leiter Konzernkommunikation: „bookstore.de ist für uns eine online Testbuchhandlung, in der wir für alle Buchhandlungen Systeme, neue Versionen, technische Weiterentwicklungen unter anderem des Shopsystems und die usability ausprobieren, die dann allen anderen Zeitfracht Kunden zugute kommen.“

Kommentare (2)
  1. Für den stationären, unabhängigen Buchhandel wäre es wichtig gewesen, dass KNV es geschafft hätte, im Nov und Dez die Verlagsbestellungen ins Sortiment zu liefern – was viel zu oft nicht gelungen ist. Aber vielleicht gehörte das ja schon zur Strategie des geplanten Endkundengeschäftes. Ist es für die Matadoren der Branche wirklich erstrebenswert, dass es in vielen Städten, die für die Filialisten zu klein sind, keine Buchhandlungen mehr geben wird und in größeren Städten nur noch Filialisten ? Das wäre das Ende des Buchhandels wie wir ihn kennen und das Ende des Literaturlandes Deutschland.

  2. In Zeiten des zweiten Corona Shutdowns wo alle kleinen Buchhandlungen zum Teil 14Std Tage schieben, damit sie die Kunden nicht an Amazon verlieren und froh sind, einen Lieferanten wie KNV Zeitfracht zu haben, klingt eine solche Entscheidung wie Hohn in meinen Ohren.
    Wir hätten uns für unsere Buchhandlung einen anderen Gabentisch gewünscht: rechtzeitige Lieferungen und eine größere Verfügbarkeit der Bestände.
    Dass viele Buchhandlungen auch hinter geschlossenen Türen Tag und Nacht arbeiten, um dem Kunden möglichst alles zu liefern, wirkt durch eine solche Entscheidung wie ein Schlag ins Gesicht.
    Was soll denn in einer „Testbuchhandlung“ getestet werden? Das Shopsystem sicher nicht. Das testen seit Jahren wir Buchhändler, besser wurde es dadurch nicht. Im Gegenteil: von unseren gebuchten Diensten im Shop funktionierte auch nie einer auf Anhieb. Die Software ist hoffnungslos veraltet und hinkt modernen Systemen ca. 10 Jahre hinterher.
    Es scheint vielmehr die Vorbereitung auf ein Endkundengeschäft, wie es einige Verlage schon lange praktizieren. Das Alleinstellungsmerkmal der Buchhandlungen wird systematisch ausgehöhlt, der Kunde ins Online Geschäft gelockt. Das ist eh billiger und ertragreicher.

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