1000 Weltbild-Mitarbeiter protestieren gegen Verkauf

Ein Riesenecho fand die Unterschriftenaktion [mehr…]bei der Verlagsgruppe Weltbild, meldet die „Augsburger Allgemeine“.

Weit über 1000 Mitarbeiter nahmen teil an dem Appell an die Gesellschafter. In dem offenen Brief an die 14 Diözesen, darunter auch Augsburg, wird gefordert, bei dem anstehenden Verkauf angesichts der Höhe des möglichen Kaufpreises die Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern nicht zu vergessen, schreibt Thomas Faulhaber.

Kurzfristig hat der Finanzdirektor der Diözese, Klaus Donaubauer, er ist gleichzeitig Aufsichtsratschef der Weltbild-Gruppe mit einem Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro, gestern eine Mitarbeiterversammlung abgehalten, informiert die Zeitung. Donaubauer versuchte, die Beschäftigen, die massive Sorge um ihren Arbeitsplatz haben, zu beruhigen. „Die Sicherung des Standortes ist Grundlage der Verkaufsverhandlungen“, versicherte er.

Er habe sogar Applaus bekommen, was bemerkenswert sei bei diesem Hintergrund. Er betonte, dass sich die Prüfung der fünf potenziellen Käufer, genannt werden dabei die Thalia-Gruppe, Bertelsmann und der Holtzbrinck-Verlag sich noch lang hinziehen werden [mehr…]. Man prüfe sehr sorgfältig.

Über die Hintergründe des Verkaufs wird offiziell wenig gesagt, schreibt Faulhaber. Carel Halff, Vorsitzender der Geschäftsführung von Weltbild, betonte zuletzt nur, die Unternehmensperspektive ging über die „Kernvorstellungen der Bischöfe“ hinaus.

Der Verkauf von Weltbild, das zuletzt einen Gewinn von 100 Millionen Euro gemacht hat, dürfte lukrativ sein. Aus Betriebsratskreisen wurde sogar die Zahl von 1,5 Milliarden Euro genannt. Eine Zahl, die Donaubauer aber gegenüber der AZ als „unrealistisch“ bezeichnete. Und noch ein weiterer wichtiger Punkt wird bei der Frage nach den Verkaufsgründen genannt: Dadurch, dass Weltbild gute Umsätze auch mit kirchenkritischen Titeln mit Esoterik und sogar erotischer Literatur macht, wuchs intern die Kritik. „Das passe nicht zu den ethischen und moralischen Grundsätzen des Kirchen-Unternehmens“, heißt es.

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