Bertelsmann erzielt deutliche Ergebnisverbesserung im ersten Halbjahr

Bertelsmann hat im ersten Halbjahr eine deutliche Ergebnisverbesserung erzielt. Das Operating EBIT stieg auf 596 Mio. € (Vorjahr: 186 Mio. €). Zu diesem Ergebnisanstieg haben maßgeblich die Erfolge der Musiksparte BMG sowie die gute Geschäftsentwicklung der RTL Group beigetragen, heißt es in einer eben veröffentlichten Presseerklärung.

Arvato und Random House steigerten ihre operativen Ergebnisse kräftig. Die Direct Group behauptete sich in einem schwierigen Marktumfeld und konnte das operative Ergebnis halten. Bei Gruner + Jahr hat der Start neuer Zeitschriften zu einem leichten Ergebnisrückgang geführt. Bei der Geschäftsentwicklung von Bertelsmann im ersten Halbjahr ist insgesamt zu berücksichtigen, dass einzelne Bereiche den Großteil ihres Ergebnisses traditionell erst in der zweiten Jahreshälfte erwirtschaften.

Der Umsatz stieg um 3,2 Prozent auf 8,1 Mrd. € (Vorjahr: 7,9 Mrd. €). Bereinigt um Wechselkurseffekte sowie Konsolidierungseffekte lag das organische Umsatzwachstum mit 4 Prozent noch etwas höher. Die Erhöhung ist auf den insgesamt positiven Geschäftsverlauf in der Berichtsperiode zurückzuführen. Der Halbjahresüberschuss vor Fremdanteilen verbesserte sich deutlich. Er betrug 550 Mio. € (Vorjahr: 142 Mio. €). Die Sondereinflüsse von 247 Mio. € (Vorjahr: 538 Mio. €) stammten im Wesentlichen aus dem Verkauf des Bertelsmann Buildings in New York (177 Mio. €). Seit dem 1. Januar 2004 nimmt Bertelsmann gemäß IFRS 3 keine planmäßigen Abschreibungen auf Firmenwerte mehr vor.

Der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG, Gunter Thielen, erklärte: „In den vergangenen zwei Jahren hat Bertelsmann die operative Ertragskraft deutlich gesteigert. Die Konsolidierungsanstrengungen der Vergangenheit zahlen sich aus. Inzwischen sind wir wieder auf Wachstumskurs. Bertelsmann gewinnt immer mehr Spielraum für Investitionen zur Stärkung unserer Kerngeschäfte sowie zur Expansion in neue Wachstumsmärkte. Die sich bietenden Chancen werden wir konsequent nutzen.“ Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Finanzvorstand, Siegfried Luther, erklärte: „Die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2004 verlief sehr erfreulich. Auch für das Gesamtjahr bleiben wir zuversichtlich und erwarten weiterhin im Vergleich zum Vorjahr eine Verbesserung des operativen Ergebnisses.“

Ausgewählte Unternehmensbereiche
Random House (Umsatz: 818 Mio. €; Operating EBIT: 31 Mio. €) verzeichnete kräftiges Umsatzwachstum und verbesserte das Operating EBIT in allen wichtigen Märkten. Negative Wechselkurseinflüsse durch die anhaltende Schwäche des US-Dollar wurden mehr als ausgeglichen. In den USA profitierte das Geschäft von Random House von zahlreichen verlegerischen Erfolgen. Von den Memoiren des früheren US.-Präsidenten Bill Clinton „My Life“ wurden allein in der ersten Woche nach Erscheinen mehr als 1 Million Exemplare verkauft. Rund 2,7 Millionen Nachbestellungen von „The Da Vinci Code“ von Dan Brown im ersten Halbjahr 2004 dokumentieren den anhaltenden Erfolg dieses Bestsellers. Hohe Verkaufszahlen vor allem in Großbritannien und Australien wirkten sich sehr positiv auf das Ergebnis von Random House UK aus. In Deutschland erhöhte sich der Umsatz deutlich, das operative Ergebnis wurde durch Restrukturierungskosten im Zuge der Heyne-Übernahme leicht belastet. Die neuen Gemeinschaftsunternehmen in Asien starteten exzellent, ganz besonders in Korea.

Gruner + Jahr (Umsatz: 1,2 Mrd. €; Operating EBIT: 96 Mio. €) weist im ersten Halbjahr 2004 aufgrund des Verkaufs des osteuropäischen Zeitungsgeschäfts einen leichten Umsatzrückgang im Vergleich zur Vorjahresperiode auf. Bereinigt um Währungseinflüsse und Portfolioveränderungen verzeichnete Gruner + Jahr solides organisches Wachstum. Fast alle Geschäfte erwirtschafteten operative Ergebnisse über Vorjahr, insbesondere das deutsche Zeitschriftengeschäft und die Druckereien.

Die BMG (Umsatz: 1,2 Mrd. €; Operating EBIT: 74 Mio. €) hat das operative Ergebnis bei gleichzeitig höherem Umsatz und weiteren Kostensenkungsmaßnahmen sehr kräftig verbessert. Die positive Entwicklung aus dem zweiten Halbjahr 2003 hat sich durch anhaltende Marketingmaßnahmen und die Konzentration auf das kreative Geschäft noch einmal beschleunigt. Bereinigt um negative Wechselkurseffekte lag das organische Wachstum im zweistelligen Bereich. Damit hat sich die BMG in einem weiter schwierigen Umfeld besser als der Wettbewerb entwickelt. Weltweit wurden in wichtigen Märkten Marktanteile gewonnen.

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