Carel Halff zu den Spekulationen über einen Weltbild-Verkauf

Carel Halff

Seit gestern hat die Branche ein neues Thema: Die Weltbild-Verlagsgruppe stehe zum Verkauf, verbreitete FOCUS am Sonntagnachmittag.

buchmarkt.de sprach jetzt mit Carel Halff, dem Vorsitzenden der Weltbild-Geschäftsführung.

buchmarkt.de: Die Meldung über Ihre Verkaufsabsichten klingt eher wie ein Gerücht…
Carel Halff: Ganz ehrlich, die FOCUS-Geschichte hat uns gestern ganz kalt erwischt. Richtig daran ist nur, dass grundsätzlich über eine Veränderung der Gesellschafterstruktur nachgedacht wird. Das wäre, um mal ein gängiges Bild zu verwenden, die Schwalbe, die aber noch lange keinen Sommer macht …

Eine Veränderung der Gesellschafterstruktur hat ja noch nichts mit Verkaufsabsichten zu tun?
Solche Prozesse sind sehr aufwändig. Diesem Prozess wird eine sorgfältige und zeitaufwändige Suche und Prüfung vorausgehen. Kurzfristig ist nicht mit einer Veränderung zu rechnen.

Ganz konkret: Was steht denn bei Weltbild zum Verkauf?
So stellt sich die Frage derzeit nicht. Weltbild hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einer katholischen Zeitschrift zu einem international agierenden Medien- und Internethandelsunternehmen entwickelt. Das Unternehmen heute geht in vielen Punkten inhaltlich über die ursprünglichen Kernanliegen der Inhaber hinaus, was bei den Inhabern zu einer gewissen Nachdenklichkeit geführt hat. Daher sollen nun im Auftrag der Gesellschafter Optionen geprüft werden, die Gesellschafterstruktur zu erweitern oder zu verändern.

Aber es wird schon über Bertelsmann als möglichen Kaufinteressenten spekuliert…
Der Name ist willkürlich aus der Luft gegriffen – so weit sind wir noch lange nicht. Der Prozess steht ganz am Anfang.

Aber die Beratungsfirma goetzpartners ist doch bereits tätig?
Ja, sie arbeitet im Auftrag des Aufsichtsrates und wird genau prüfen, welche Interessenten in Frage kommen und welche nicht. Die Entscheidung selbst liegt ausschließlich bei den Gesellschaftern.

Um noch einmal direkt vom Verkauf zu sprechen: Über welchen Zeitraum reden wir?
Wir sind mit unseren Überlegungen – wie gesagt – ganz am Anfang. Wenn Sie wissen, was eine Veränderung der Gesellschafterstruktur selbst bei kleinsten Firmen an Aufwand und Zeit verursacht, können Sie sich die Dimension bei einem so komplexen Unternehmen wie Weltbild sicher vorstellen. Der von Ihnen angesprochene Zeitraum dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen.

Werden auch die Buchhandelsunternehmen von Weltbild in den Verkauf einbezogen?
Von dem Prüfungs-Prozess ist das Gesamtunternehmen betroffen.

Die Fragen stellte Ulrich Faure.

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