Italiens zweitgrößter Verlagskonzern Rizzoli will Editis aus dem Vivendi-Buchimperiums

Der italienische Verlagshaus RCS Mediagroup (Rizzoli-Corriere della Sera) will im Buchgeschäft weiter expandieren. Nach einem Bericht der FTD vom 22.1.04 will RCS – Chef Maurizio Romiti bis zu 600 Mio. Euro ausgeben, um einen rund 60-prozentigen Anteil an dem französischen Verlagsimperium Editis zu erwerben. Mit dem Kauf würde Italiens größter Zeitungs- und zweitgrößter Buchverlag seine Auslandspräsenz stärken. RCS Mediagroup ist unter anderem mit dem Burda-Verlag im Zeitschriftengeschäft verbandelt. Burda hält nach einer unlängst geschehenen Aufstockung 40 Prozent an der RCS-Magazinsparte RCS Periodici. Zudem halten beide Verlage gemeinsam in unterschiedlicher Höhe Mehrheits- und Minderheitsbeteiligungen an den Titeln der Hamburger Verlagsgruppe Milchstrasse („TV Spielfilm“, „Max“, „Amica“).

Der früher zum Medienkonzern Vivendi gehörende Buchverlag Editis war zunächst vom weltgrößten Zeitschriftenverlag Lagardère übernommen worden. Die EU-Wettbewerbskommission hatte diesen Deal jedoch davon abhängig gemacht, dass sich Lagardère von einem Teil der Editis-Aktivitäten trennt. Auf dem italienischen Buchmarkt steht Rizzoli nach dem Mondadori-Verlag des Ministerpräsidenten und Medienunternehmers Silvio Berlusconi an zweiter Stelle. Der „Corriere della Sera“ mit seiner Auflage von rund 700 000 Exemplaren ist das Flaggschiff des Konzerns.

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