Middelhoff räumt Fehler beim Management von Arcandor ein – und reicht Verantwortung weiter

„Er übernahm einen Sanierungsfall und jetzt hinterlässt er ein Unternehmen in der Krise“, so resümiert die Financial Times Deutschland (FTD) die Vorgänge rund um die Holding des Karstadt-Quelle Konzerns. Nicht ohne Hintergrund: Der scheidende Arcandor-Chef Thomas Middelhoff selbst räumt demnach ein, beim Handels- und Touristikkonzern Fehler gemacht zu haben.

Knapp drei Monate vor seinem Rückzug aus dem Konzern hat der scheidende Arcandor-Chef Middelhoff nun Fehler eingeräumt und reicht die Verantwortung jedoch gleich weiter: So hat er seine Warenhaus-Manager für die Krise bei Karstadt verantwortlich gemacht. Dem zuständigen Management seien die Kosten aus dem Ruder gelaufen, sagte Middelhoff dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel laut einer Vorabmeldung vom Samstag. Middelhoff wird zum 1. März vom langjährigen Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick abgelöst.

Inzwischen sei der Konzern aber wieder auf dem richtigen Weg. Dazu hätten die Mitarbeiter, die schon zum zweiten Mal auf Teile ihres Lohns verzichteten, einen wesentlichen Beitrag geleistet. Nach Ansicht des Arcandor-Chefs sind die „Warenhäuser jetzt der einzige Problemfall in einem ansonsten gesunden Unternehmen“. Am Montag legt Middelhoff bei seiner letzten Bilanzpräsentation die Geschäftszahlen für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr vor. In den vergangenen zwölf Monaten verlor die Arcandor-Aktie fast 90 Prozent ihres Wertes.

Die Vorgänge um den Konzern können für den Buchmarkt nicht ohne Folgen bleiben. Die Kaufhäuser galten nicht nur als Innenstadtmagenten, die Buchabteilungen sind eine wichtige Vertriebsgröße und aktuell hat die DBH das Management eines Teils der Buchabteilungen übernommen.

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