Weltbild-Betriebsrat nennt Teilverkauf an Lesensart „Fehlentscheidung“ / Branchenkenner fühlen sich an Tricks von früher erinnert

Die Süddeutsche Zeitung“ weiß wieder mal mehr: Stefan Mayr scheibt: Weltbild-Mitarbeiter würden die Pläne des Käufer als „Himmelfahrtskommando“ beurteilen. Sein kenntnisreicher Bericht über „Tag eins, nachdem bekannt wurde, dass eine kleine Firma (mit bislang zwei Läden) Lesensart GmbH 70 Läden aus dem bundesweiten Filialnetz des Augsburger Handelsunternehmens Weltbild kaufen wolle, zeige auf, dass das Strategie-Papier für das neue Konzept auf recht tönernen Füßen steht.

(Die 71 betroffenen Filialen sollen unter dem neuen Logo „Lesensart“aufgewertet, der Nonbook-Bereich buchnäher werden und eingekauft werden soll zu über 80% über den Zwischenbuchhandel, zu Rabattsätzen, die bei etwa 40% plus Skonto liegen und bei Verlagsbezug bei bis zu 60%lägen).

Branchenkenner fühlen sich an Tricks erinnert, die schon früher mal gut funktioniert haben. Auch uns unserer Sicht und der unserer Gesprächspartner sieht es so aus, dass die Droege Manager vor dem Problem standen und stehen, gegen Verdi entweder für die ganze Weltbild Kette eine Art Anschluss-Konkurs zu machen, womit „sie aber einen fürchterlichen Image-Schaden und ein absolutes Desaster für die Mitarbeiter verursacht hätten“. Die Alternative, die kranken Teile rauszuschneiden, diese einem „wirtschaftlich Schwachen“ in die Hand zu geben und ihm finanziell bei der Abwicklung durch Verlustausgleich unter die Arme zu greifen“, habe aber schon früher funktioniert. Einer unserer Berater erinnert daran: „Vor vielen Jahren schon hat man gerne die äußerst seriöse Rechtsform der Kommanditgesellschaft zum Abwicklungsinstrument dadurch umfunktioniert, dass man einen Habenichts an die Stelle des persönlich haftenden Gesellschafters gesetzt hat und den Laden dann zu Bruch fahren lies“. Sein Fazit: „Weltbild war und ist ein Sammelsurium von Fehlbeurteilungen, Fehlentscheidungen und Möchte-gern-Management. Und einfach Unglück.“

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