60 Jahre dtv, 50 Jahre dtv junior LCB-Sommerfest zum runden dtv-Geburtstag

Nachdem das traditionelle Sommerfest des Literarischen Colloquium Berlin (LCB) im vergangenen Jahr pandemiebedingt abgesagt werden musste, war es gestern endlich so weit. Im weitläufigen Garten der Villa am Wannsee gastierte der Münchener dtv. Schon am frühen Nachmittag begrüßte Verlegerin Barbara Laugwitz, die vor einem Jahr von Ullstein zu dtv gewechselt war, zahlreiche Gäste, darunter Autor*innen, Illustrator*innen, Verleger*innen, Übersetzer*innen, Buchhändler*innen, Lektor*innen, Pressevertreter*innen und andere Literaturfreund*innen aus Nah und Fern.

Treffpunkt der Literaturfreunde

Lange hatten die Münchener gezittert, ob das Fest wirklich stattfinden könne. Petra Büscher, die die Fäden in der Hand hielt, sei morgens mit den Corona-Nachrichten aufgewacht und mit dem Wetterbericht zu Bett gegangen, sagte Barbara Laugwitz. Zum Glück spielte das Wetter mit, nur der Bahnstreik erschwerte diesmal die Anreise nach Wannsee. Dennoch kamen im Laufe des Nachmittags und Abends an die 1000 Gäste.

Es gebe gleich drei Gründe zum Feiern, betonte Barbara Laugwitz: 60 Jahre dtv, 50 Jahre Kinder- und Jugendbuch und den 100. Geburtstag von Celestino Piatti, dem Grafiker, der 35 Jahre lang dem dtv und seinen Büchern ein unverwechselbares Gesicht gegeben hat. Laugwitz erinnerte auch an den Gründungsverleger Heinz Friedrich, der das Ungewöhnliche zur Selbstverständlichkeit gemacht habe. Das Haus dtv habe im Lauf seiner Geschichte die vielleicht größte Wandlung vollzogen, die es in der Branche zuletzt gegeben hat. Als einziger Verlag sei man vom Taschenbuch ins Hardcover hineingewachsen.

Die Vielfalt der Autorinnen und Autoren des Verlags zeigte sich in den jeweils halbstündigen Lesungen. Unter anderem standen Lizzie Doron, Alena Schröder, Lukas Rietzschel, Dora Heldt, Alex Schulman und Ingo Schulze auf dem Programm. Bachmann-Preisträgerin Helga Schubert, deren Buch Vom Aufstehen es auf zwölf Auflagen in drei Monaten brachte, verriet im Gespräch mit Thomas Geiger, dass es ihre Agentin Karin Graf war, die sie mit dem dtv in Kontakt gebracht hat, der nun nach und nach auch alle früheren Werke der Autorin veröffentlicht. Druckfrisch lagen Judasfrauen und Die Welt da drinnen auf dem Büchertisch von Schleichers Buchhandlung, wo sie jedoch gar nicht lange liegenblieben.

Das Publikum genoss die Live-Lesungen und freute sich – auch als die Sonne schon filmreif hinter dem Wannsee untergegangen war – bei bayrischem Bier, Fleischpflanzerln und Semmelknödeln endlich wieder Bekannten aus der Literaturszene zu begegnen.

ml

 

 

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