Wie können Buchhandlungen bei überschaubarem Budget den Sprung nach vorn schaffen? Libri.Campus heute gestartet

Keynote Speaker Wolfgang Gruschwitz „Es kommt darauf an, wie man kommuniziert.“

 

Heute ist wieder die erste Runde  des jährlichen LibriCampus gestartet – mit sichtlich wohlverdienten Vorschusslorbeeren: Keine der nun 14 Campus-Veranstaltungen  war jemals so überbucht wie diese. Was sicherlich nicht nur daran liegt, dass sich dieser Event nach vierzehn Jahren fest in den buchhändlerischen Jahresplan eingegraben hat und jeder inzwischen auch weiß, wie gründlich die beiden Moderatoren Dr. Andreas Meyer und Arnd Roszinsky-Terjung (beide BuchmarktFORUM) die jeweils zwei Arbeitstage vorbereitet haben. Aber es liegt diesmal sicherlich noch mehr auch am Thema:  Dreimal arbeiten jetzt 100 Buchhändlerinnen und Buchhändler zwei Tage an der Frage, wie die Buchhandlung mit überschaubarem Budget den Sprung nach vorn schaffen können.

Dabei geht es vor allem um die gebündelte Wirksamkeit von zahlreichen Einzelmaßnahmen – denn Ideen und Veränderungsbereitschaft im Buchhandel sind reichlich vorhanden. Auch das Format Libri.Campus zeigt sich in neuem Gewand: In einer größeren Location und mit neuem Konzept, mit „noch mehr Raum für kreative Umsetzungsideen“, wie sich Dr. Andreas Meyer freut.

Gruppenarbeit beim Libri.Campus: Den Sprung nach vorn schaffen

 

Thema dieses Jahr ist  Wirksamkeit. Denn Libri-Vertriebsleiter Bertram Pfister: „Die Herausforderungen angesichts sinkender Kundenfrequenz in den Einkaufslagen sind hoch“. Und der Campus soll in diesem Jahr zeigen: Dabei können schon kleine Veränderungen Großes bewirken. Das Ziel ist es, den Laden emotional aufzuladen und Atmosphäre mit Erlebnischarakter zu schaffen, um die Attraktion der Buchhandlung und des Einkaufsumfelds zu erhöhen. Dabei brauche der Laden nicht komplett auf den Kopf gestellt zu werden, denn auch Rituale und Traditionen aktivieren die Kunden. Anziehungs- und Aufenthaltsqualität sind die zentralen Erfolgsfaktoren: Es geht um die Fragen „Wie gewinnt die Buchhandlung mehr Bekanntheit, mehr Kunden und mehr Sympathie vor Ort?“ und „Wie kann die Buchhandlung ihr Angebot so präsentieren, dass es stärker aktiviert? Wie kann die Kommunikation den Kunden mehr inspirieren und begeistern?“

Zum neuen Konzept des Libri.Campus gehört nicht nur die größere Fläche der Schilde-Halle in Bad Hersfeld, sondern auch ein noch stärkerer Praxisbezug. Acht Werkstätten bieten viel Platz für intensive Gruppenarbeit. Dafür haben die teilnehmenden Buchhandlungen vorgearbeitet und im Laden Schokoladenseiten und Problemzonen fotografiert. Ladendesigner Wolfgang Gruschwitz verdeutlicht in seiner Keynote, wie man mit kleinem Budget den Laden in Schwung bringt. Dass Theorie mit einfachen Mitteln zur Praxis wird, zeigt der anknüpfende Workshop: Mit dem mitgebrachten Bildmaterial analysieren die Teilnehmer ihre „Problemzonen“, um diese dann in Hotspots zu verwandeln. Wie Kunden immer wieder aktiviert werden, zeigt Marie-Lisa Richter von räder design stories: Traditionelle Anlässe lassen sich durch Regelbrüche überraschend inszenieren.

Buchhautor Martin Gaedt (Rock your Idea) erklärt, wie mit gezielten Fragen Veränderungsprozesse ausgelöst werden. So wird die Buchhandlung zum Leuchtturm und belebt die gesamte Innenstadt. Entstehen größere Ideen, können diese mithilfe von Sponsoring und Crowdfunding realisiert werden: Buchhändlerin Susanne Köster-Schoon aus Wiesmoor zeigt am Beispiel ihres Literaturfestivals „Nach oben offen“, wie man Partner gewinnt. Darüber hinaus geht es in einem Vortrag von Korinna Hornschu um die Kraft der Sprache. Als Abschlussreferent zeigt Willibald Ruch, Professor für Psychologie, wie die eigenen Stärken und die des Teams erkannt und genutzt werden können und was Menschen zum Flow-Erlebnis befähigt.

Weitere Termine folgen: 18./19. sowie 22./23. Mai 2017 (auch diese beiden Termine sind aber  ausgebucht).

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