Auszeichnung der Staatsbibliothek zu Berlin für Verdienste um das Bibliothekswesen Max-Herrmann-Preis 2019 für Freshta Karim und Bara’a Al Bayati

Der Max-Herrmann-Preis geht in diesem Jahr an zwei junge Frauen, die sich in ihren Heimatstädten für den Zugang zu Bildung einsetzen: Freshta Karim aus Kabul/Afghanistan und Bara’a Al-Bayati aus Bagdad/Irak.

Die 27-jährige Freshta Karim kehrte nach ihrem Studium in Oxford nach Afghanistan zurück und begann mit dem Aufbau einer mobilen Bibliothek für Kinder. Bara’a Al Bayati, geboren 1989 in Bagdad, studierte zunächst Ingenieurwissenschaften, bevor sie als erste Frau im Irak eine Buchhandlung eröffnete.

„Freier Zugang zu Büchern und Bildung für alle mag uns Europäerinnen und Europäern selbstverständlich sein. Wie leicht vergessen wir darüber, dass in vielen Ländern dieser Welt dieser Reichtum in Büchern zur Bildung des Geistes wie des Herzens nur wenigen offensteht. Geringes Einkommen, das falsche Geschlecht, eine zerstörte Infrastruktur – es gibt viele Hindernisse auf dem Weg zur Bildung. Wenn wir Freshta Karim und Bara’a Al-Bayati auszeichnen, so sind sie sicherlich nicht die einzigen, die sich für Bildung als Signal der Hoffnung für eine bessere und gerechtere Zukunft in ihrem Land einsetzen. Sie tun dies aber in ihren von kriegerischen Konflikten bis heute stark gezeichneten Ländern. Das verdient Anerkennung, die wir mit der Verleihung des Max-Herrmann-Preises zum Ausdruck bringen wollen.“, begründet André Schmitz, der Juryvorsitzende und Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. die Entscheidung. Die Preisverleihung fand gestern Abend in der Staatsbibliothek statt.

Seit dem Jahr 2000 verleihen die Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. den Max-Herrmann-Preis an eine Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um das Bibliothekswesen und die Staatsbibliothek zu Berlin verdient gemacht hat. Zu den von einer Jury ausgewählten Preisträgern gehörten bislang neben anderen der frühere Direktor der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel und Retter der Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale), Paul Raabe, der Schriftsteller Günter de Bruyn, der israelische Künstler Micha Ullman, der Filmregisseur Wim Wenders und der Verleger Klaus Wagenbach.

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