Personalia Michael Faber über seine Aufgaben als Kulturbürgermeister von Leipzig

Gestern wählte der Leipziger Stadtrat den 47jährigen Verleger Michael Faber für die nächsten sieben Jahre zum neuen Kulturbürgermeister der Stadt [mehr…]. Faber übernimmt das Amt am 1. Juni. buchmarkt.de sprach mit ihm.

buchmarkt.de: Herr Faber, herzlichen Glückwunsch zur Wahl, aber die erste Frage muss natürlich sein: Was wird jetzt aus Ihrem Verlag Faber & Faber?

Michael Faber

Michael Faber: Bürgermeister und aktiver Verleger – beides geht natürlich nicht zusammen. Ich werde im Juli oder August bei Faber & Faber aussteigen, aber natürlich Gesellschafter bleiben. Mein Vater Elmar wird auf jeden Fall bis 2010 als Verleger bei Faber & Faber bleiben, aber wir verhandeln derzeit auch mit einem Nachfolger.

buchmarkt.de: Sie verkaufen?

Michael Faber: Keinesfalls. Wir verhandeln mit einem Mitgesellschafter, der den Verlag weiterführt. Aber da möchte ich im Moment noch keinen Namen nennen.

buchmarkt.de: Wie schwer fällt einem der Abschied von einem Verlag, der eigentlich seit der Gründung 2001 immer erfolgreicher wurde?

Michael Faber: Schwer natürlich. Es war eine wichtige und schöne Lebenszeit als Verleger. Aber wie gesagt: Ich bleibe ja Gesellschafter und werde sicher noch die eine oder andere Entscheidung im Verlag mitgestalten. Und die neue Aufgabe ist natürlich auch außerordentlich reizvoll und spannend.

buchmarkt.de: Was hat Sie ins Amt „getrieben“?

Michael Faber: Ach, die Intentionen eines Kulturbürgermeisters sind denen eines Verlegers gar nicht so unähnlich: Es geht ums Gestalten von Kultur – nur ist die Form jetzt eine andere.

buchmarkt.de: Auf wie viel Baustellen müssen Sie sich einstellen? Als Buchstadt geht Leipzig, sehen wir von Verlagen wie dem Ihren und noch ein paar wenigen anderen einmal ab, kaum mehr durch, auch als Buchhandelsstadt nicht. Buchmessestadt natürlich, aber ist die Luft da nicht recht dünn?

Michael Faber: Das kann man so nicht sagen. Leipzig hat im europäischen Maßstab einen der größten Pro-Kopf-Kulturhaushalte – das ist schon was. Und Leipzig hat eine gute kulturelle Infrastruktur. Klar, als Buchstadt im Sinne einer Stadt, in der führende Verlage ansässig sind, kann man Leipzig im Moment nicht bezeichnen. Aber das kann sich mittelfristig wieder ändern. Genauer gesagt: Ich würde das gern wieder ändern. Aber nageln Sie mich nicht auf einen Zeitraum fest – kurzfristige Lösungen wird es leider nicht geben, dazu waren die Veränderungen in den vergangenen Jahren zu einschneidend.

Die Fragen stellte Ulrich Faure

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