Börsenverein Parlament: Verkaufsambitionen der Bibliotheken nicht akzeptabel

Thomas Wrensch

Auf dem heutigen 15. Branchenparlament [mehr…] ging es in einem Tagesordnungspunkt um die Einführung eines Kaufbuttons für die Onleihe von Bibliotheken. Thomas Wrensch, Vorsitzender des Sortimenter-Ausschusses, bezeichnete die Vorgabe hinter dem Button als „inakzeptabel“.

Dazu äußerte sich im Parlament Jörg Meyer, Geschäftsführer der EKZ: „Wir haben die Einstellung des Verkaufs-Buttons juristisch geprüft. Es gibt die Idee, den Link mit einem lokalen Buchhändler zu verbinden.“
Die Parlamentarier sahen darin Probleme, denn schließlich gebe es meist mehrere Buchhändler vor Ort. Welcher werde bei diesem Modell bevorzugt? Auch Justitiar Christian Sprang äußerte dazu rechtliche Bedenken.

Das Parlament verabschiedete schließlich mehrheitlich folgenden Beschluss, den der Sortimenter-Ausschuss formuliert hatte:

„Der Sortimenter-Ausschuss bewertet die Verkaufsambitionen der Bibliotheken im Bereich der Onleihe, wie derzeit von der EKZ GmbH in einer Pilotphase getestet wird, als deutlichen Wettbewerb gegenüber dem stationären Buchhandel.

Der Verkauf von Büchern jedweder Publikationsform durch Bibliotheken hat nichts mit ihrem rechtlich verbrieften Auftrag und den darauf gründenden Privilegien gemein und würde, flächendeckend durchgeführt, eine fundamentale Neuausrichtung der Bibliotheken darstellen.

Soweit die Bibliotheken einen Verkaufshinweis als Ergänzung ihres Serviceangebotes ansehen, hat eine Verlinkung nicht ausschließlich auf einen einzelnen Händler zu erfolgen, sondern unter Abbildung des gesamten Buchhandels mittels Einbindung von buchhandel.de.“

JF

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