Toledo startet heute in Berlin Robert Bosch Stiftung und Deutscher Übersetzerfonds rufen gemeinsames Übersetzerförderprogramm ins Leben

Die Robert Bosch Stiftung GmbH erweitert ihre Übersetzerförderung. Gemeinsam mit dem Deutschen Übersetzerfonds e.V. (DÜF) startet sie das internationale Förderprogramm „Toledeo – Übersetzer im Austausch der Kulturen“ für literarische Übersetzerinnen und Übersetzer.

Mit „Toledo“ baut die Robert Bosch Stiftung ihre bislang unter dem Namen „Literarische Brückenbauer“ laufende Übersetzerförderung weiter aus. Die Stiftung stellt dafür insgesamt 450.000 Euro bereit.

„Übersetzer sind unverzichtbare Akteure der Völkerverständigung. Mit ‚Toledo‘ erweitert die Robert Bosch Stiftung ihre bisherige Übersetzerförderung und stärkt damit nachhaltig die Rolle von Übersetzern als Kulturmittler. Denn: Sie sorgen dafür, dass Menschen weltweit an Geschichten und Wissen anderer Kulturen teilhaben. Mit dem Deutschen Übersetzerfonds als einer bedeutenden und hervorragend vernetzten Institution haben wir außerdem den idealen Partner für ‚Toledo‘ gefunden.“, so Dr. Maja Sibylle Pflüger, stellvertretende Bereichsleiterin „Völkerverständigung Europa und seine Nachbarn“ der Robert Bosch Stiftung.

Jürgen Jakob Becker, Geschäftsführer des Deutschen Übersetzerfonds, ergänzt: „Übersetzer sind Fachleute für Verständigung und Kosmopoliten sui generis. ‚Toledo‘ wird sie dabei unterstützen, sich in der Welt zu bewegen, Netzwerke aufzubauen und ihr Wissen mit dem Publikum zu teilen. Die Möglichkeiten hierfür durch diese Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung auszubauen und fortzuentwickeln, ist für den Deutschen Übersetzerfonds ein großer Ansporn.“

Unter dem Dach von „Toledo“ wird es Werkstattformate wie „ViceVersa“ geben, in denen Übersetzer eines bestimmten Sprachenpaares (z.B. Deutsch-Spanisch und Spanisch-Deutsch) gemeinsam an ihren Texten und deren sprachlichen Herausforderungen arbeiten können. Darüber hinaus wird der „Toledo“-Mobilitätsfonds Übersetzern Aufenthalte in den Ländern ihrer Ausgangssprache und in europäischen Übersetzerzentren wie dem Übersetzerhaus Looren in der Schweiz, der Villa Decius in Polen oder dem Collège international des traducteurs littéraires (CITL) in Frankreich ermöglichen.

Eine weitere Aufgabe wird die Förderung des Austauschs zwischen Übersetzern und anderen Akteuren des Literaturbetriebs wie Autoren und Lektoren sein. An der Übersetzungskunst Interessierten wird das Programm zudem ein breitgefächertes Veranstaltungsangebot präsentieren. So wird es beispielsweise eine Kooperation mit dem Übersetzerzentrum auf der Leipziger Buchmesse geben. Zu den Neuentwicklungen des Programms werden Expeditionen in Städte mit lebendigen Übersetzerszenen wie Kolkata gehören.

Benannt ist das Förderprogramm nach der kastilischen Stadt Toledo, die eine wichtige Rolle in der langen Tradition europäischer Übersetzungskunst spielt und heute zum Sinnbild für den Brückenschlag zwischen Wissenschaften, Religionen, von Orient und Okzident geworden ist.

Den Programmstart bildet heute Abend die Auftaktveranstaltung im Literarischen Colloquium Berlin, die unter dem Motto „Der Traum von Toledo“ steht. Veranstaltungshöhepunkt ist die Festrede des amerikanischen Schriftstellers und Übersetzers Joshua Cohen, dessen Roman Buch der Zahlen kürzlich auf Deutsch bei Schöffling erschienen ist. Ergänzt wird die Veranstaltung durch Gespräche und Performances mit Übersetzern.

 

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