5 aus 85: "Selten war die Wahl so schwer" Schweizer Buchpreis 2018: Die fünf Nominierten stehen fest

Heinz Helle, Gianna Molinari, Peter Stamm, Vincenzo Todisco und Julia von Lucadou sind auf der diesjährigen Shortlist des Schweizer Buchpreises. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 42.000 Franken dotiert. Der Preisträger oder die Preisträgerin erhält 30.000 Franken; die vier anderen erhalten jeweils 3.000 Franken. Die öffentliche Preisverleihung findet am Sonntag, 11. November 2018 um 11 Uhr im Rahmen des Literaturfestivals BuchBasel im Theater Basel statt.

Die Nominierten sind:

  • Heinz Helle: Die Überwindung der Schwerkraft (Suhrkamp)
  • Gianna Molinari: Hier ist noch alles möglich (Aufbau)
  • Peter Stamm: Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt (S. Fischer Verlag)
  • Vincenzo Todisco: Das Eidechsenkind (Rotpunktverlag)
  • Julia von Lucadou: Die Hochhausspringerin (Hanser Berlin)

Manfred Papst, Sprecher der Jury 2018: „Selten war die Wahl so schwer. Wir hatten mit einem Embarras de Richesse zu kämpfen. 85 Titel haben wir geprüft. Aus den verschiedensten Generationen, Genres und Verlagen haben uns bemerkenswerte Titel erreicht.

Heinz Helle erzählt in Die Überwindung der Schwerkraft (Suhrkamp) die ergreifende Geschichte von zwei Halbbrüdern. Der ältere der beiden stirbt kurz nach einer letzten gemeinsamen Sauftour in einer Münchner Winternacht. Der dritte Roman des Wahlschweizers besticht durch Dringlichkeit und Sprachkraft.

In ihrem Erstling Hier ist noch alles möglich erzählt Gianna Molinari von einer Nachtwächterin in einer Kartonfabrik, auf deren Gelände ein Wolf eingedrungen sein soll. Eine ebenso gespenstische wie subtile Geschichte um Bedrohung und Grenzen.
Routinier Peter Stamm zeigt sich in seinem neuen Roman Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt auf der Höhe seines Könnens. Nie hat er leichter und phantasievoller geschrieben. Vincenzo Todisco wagt sich im Roman Das Eidechsenkind als Autor erstmals aufs Feld der deutschen Sprache. Der 1964 geborene, einer italienischen Familie entstammende Autor erzählt bewegend von einem illegal eingewanderten Jungen, der sich in der Wohnung seiner Eltern verstecken muss.

Und in Die Hochhausspringerin von Julia von Lucadou findet man sich in einer beklemmenden Dystopie, die Orwellls 1984 eindrücklich fortschreibt. Die Autorin entwirft das Bild einer Gesellschaft, in der es keine Zuflucht und keine Heimlichkeit mehr gibt. Ein wuchtiger Erstling!

Die Jury hat sich für fünf mutige, originelle und innovative Texte entschieden. Sie wünscht allen Beteiligten Glück.“

Der Schweizer Buchpreis wird unterstützt von der Emil & Rosa Richterich-Beck Stiftung, der Basler Forlen Stiftung und dem Schweizer Bücherbon.

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