„Zhadan beschreibt die ukrainische Welt nicht nur, sondern er hilft sie zu verstehen“ Serhij Zhadan ist Hannah-Arendt-Preisträger für politisches Denken

Serhij Zhadan © Ekko von Schwichow/Suhrkamp Verlag.

Die internationale Jury des Hannah-Arendt-Preises für politisches Denken hat am 17. Juni den ukrainischen Schriftsteller, Dichter und Musiker Serhij Zhadan zum diesjährigen Preisträger bestimmt. Die Auszeichnung wird von der Stadt Bremen und der Heinrich-Böll-Stiftung vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert.

In der Jurybegründung heißt es: „Die Einblicke, die Serhij Zhadan seinen Leser/innen in die ukrainische Gesellschaft gibt und die Art und Weise, wie er über das Über-Leben im Krieg (von 2014) erzählt, das steht einzigartig in der jüngeren europäischen Literatur. In seinen Büchern erfahren die Leser, wie aus einer durch Krieg und Not traumatisierten Masse von zersprengten Individuen immer wieder neue solidarische zivile Energie heranwächst. Zhadan beschreibt die ukrainische Welt nicht nur, sondern er hilft sie zu verstehen, in all ihrem Chaos, ihrem Leid, ihrer Menschlichkeit. Diese Art des Erzählens, in der der Erzähler nicht der Meister ist, sondern einer wie alle anderen, der mittendrin im Chaos des Alltags steckt und nach einem Weg sucht, verdankt sich auch der musikalischen Welt, an der uns Zhadan mit seiner Punkband ‚Hunde im Weltall‘ teilhaben lässt. Zhadan ist zugleich ein großer Bürger im Arendtschen Sinne, der sich um die Gesellschaft sorgt, in der er lebt und arbeitet, indem er tatkräftig dazu beträgt, dass die Bürgerinnen und Bürger unter dem russischen Angriffskrieg den Mut nicht verlieren.“

Der Preis wird am Freitag, den 2. Dezember 2022 um 18 Uhr im historischen Rathaus der Freien Hansestadt Bremen überreicht. Zhadan wird wie berichtet im Rahmen der Frankfurter Buchmesse auch mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

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