1. Frankfurter Bouquinistenmarkt

Schöne Bücher im Hof

Das Wetter spielte mit am heutigen Samstag – geregnet hat es nicht. Im Hof am Haus des Buches zwischen Braubachstraße und Berliner Straße hatten neun Antiquariate aus dem Rhein-Main-Gebiet ihre Pavillons aufgeschlagen.

„Experten waren schon früh da, Interessierte kamen später“, berichtete Stefan Beuttler, der gemeinsam mit Dinu Popa und Albert Sellner die Initiative Bouquinistenmarkt gründete.

Schon vor ein paar Jahren war die Idee anlässlich des Langen Tags der Bücher [mehr…], bei dem seit vier Jahren vor dem Veranstaltungsort Schauspiel Frankfurt immer auch Antiquariate ihre Stände aufbauen, geboren worden.

Über zwei Jahre verhandelten die Initiatoren mit Verantwortlichen der Stadt Frankfurt, Institutionen und Einrichtungen über einen regelmäßigen Bouquinistenmarkt in der Mainmetropole. Nun stellte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Hof am Haus des Buches zur Verfügung.

„Der Start um 9 Uhr ist zu zeitig. Offensichtlich sind die Frankfurter so früh noch nicht für Bücher zu begeistern“, zieht Stefan Beuttler eine erste Bilanz. Doch Besucher kommen, darunter nicht nur Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, sondern auch Klaus Reichert, bis 2011 Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Für die Kunden ein Paradies: Sie können abseits vom geschäftigen Samstags-Trubel im stillen Hof in Ruhe Bücher anschauen, auswählen, kaufen. Für die Antiquare ein erster Schritt. Selbstverständlich hoffen sie auf mehr Interessierte und Kaufwillige. Für ihre Stände zahlen sie einen Werbekostenzuschuss: 25 Euro pro drei Meter.

„Wir wollen den Bouquinistenmarkt jetzt jeden zweiten Samstag im Monat durchführen. Im Oktober muss er allerdings ausfallen – da ist Buchmesse“, erläutert Stefan Beuttler.

„Der Markt ist eine gute Idee“, finden die Kunden, die an diesem Samstag so manches Buch-Schätzchen finden. Das Sortiment ist zwar von Taschenbüchern bis zu Folianten aus dem 17. und 18. Jahrhundert breit gefächert, aber man achtet auf Qualität.

Die ältesten Bücher, nämlich kleine Kostbarkeiten aus den Jahren 1635 und 1682, unter Glas attraktiv präsentiert, finden die Besucher bei Klaus Schubert. Der Antiquar aus Mannheim hat sein Geschäft im Dezember 2011 nach 33 Jahren aus Altersgründen aufgegeben, ist allerdings noch auf diversen Märkten und natürlich im Internet präsent.

Die nächsten Frankfurter Bouquinistenmärkte finden am 10. November und am 8. Dezember statt. Im Januar und Februar wird es keine Antiquariatsstände im Hof am Haus des Buches geben. Aber im März sind vielleicht schon alle 14 möglichen Plätze belegt – genügend Interessenten haben sich bereits gemeldet.

JF

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