32. Solothurner Literaturtage endeten mit Besucherrekord

Antonia S. Byatt

„Solothurn liegt am Meer“ heißt ein Buch des gebürtigen Solothurner Autors Franco Supino (knapp Verlag). Das meint auch: In Solothurn, dem alljährlichen Zentrum Schweizer und internationaler Literatur am langen Himmelfahrtswochenende, ist alles möglich.

Antonia S. Byatt (Foto) beispielsweise, die viel zu selten im deutschsprachigen Raum zu sehen ist, hat aus ihrem noch nicht auf Deutsch erschienenen Roman „The Children’s Book“ gelesen, der raffiniert Varianten Grimmscher Märchen in die Handlung integriert.

Zu den Höhepunkten der rund 100 Veranstaltungen zählten die Auftritte der Lokalmatadoren Pedro Lenz und Gisela Rudolf oder von Bachmannpreisträger Jens Petersen. Eröffnet wurden die Literaturtage mit einem Atelier der Illustratorin Lika Nüssli, deren Bilderbuch „Leni holt Hilfe“ bei Atlantis) erschienen ist. Beendet wurden sie mit Lesungen von Lukas Bärfuss, Daniel Goetsch und David Signer, deren aktuellen Romane Afrika thematisieren und von Ulrike Ulrich, die während der viersprachigen Literaturtage den deutschsprachigen Blog betrieb.

Dazwischen sorgten Ulla Hahn, Martin Suter und Alissa Walser für teilweise überfüllte Säle. Als definitiv zu klein erwies sich der rund 800 Personen fassende Landhaussaal für die Lesungen zum 75. Geburtstag von Peter Bichsel, der durch Kollegen wie Ruth Schweikert oder Peter Weber gefeiert wurde.

Über das „Verlegen in der Zukunft“ wurde auf Podiumsdiskussionen ebenso spekuliert wie über künftige Wege der „Literaturkritik im Internet“. Thomas Anz (literaturkritik.de), Beat Mazenauer (readme.cc) und Anja Seeliger (perlentaucher.de) waren sich einig, das diesbezüglich viel in Bewegung ist. Nach Solothurn kommen auch Autoren, die gerade nicht mit neuen Büchern im Rampenlicht stehen wie dieses Jahr Alex Capus oder Franz Hohler. Gesichtet wurden zudem Thierry Chervel (Perlentaucher), Walter Famler (Wespennest), Wolfgang Matz (Hanser), Adrienne Schneider, Rainer Weiss (weissbooks), Oliver Zille u.v.a.

Rund 11.000 Interessierte sorgten für einen neuen Besucherrekord. Zu den Veranstaltungsorten gehörte auch das reizvolle Stadttheater – das älteste der Schweiz und zweitälteste im deutschprachigen Raum – in dem Philippe Jaccottet mit dem Schillerpreis geeehrt wurde oder Anita Hansemanns „Glut“ aufgeführt wurde.

Weitere Informationen auf www.literatur.ch

nb

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.