Bilder und Texte von Almut und Robert Gernhardt

Harry Rowohlt

Harry Rowohlt eröffnete gestern Abend im Frankfurter Holzhausenschlösschen die Ausstellung Was für ein Tag, in der erstmals 86 Gemälde von Almut Gernhardt und dazu Texte von Robert Gernhardt zu sehen sind.

Die Exposition ermöglicht einen Blick auf das vielseitige Werk der Malerin und bietet gleichzeitig Eindrücke vom gemeinsamen Schaffen des Künstlerehepaars.

1975 erscheint das erste gemeinsame Kinderbuch Ich höre was, was du nicht siehst im Insel Verlag. Im gleichen Verlag wird 1985 auch das letzte gemeinsame Buch Feder Franz sucht Feder Frieda publiziert. Dazwischen, 1983, erscheint als fünftes gemeinsames Buch Weg durch die Wand, es wird mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet.

Schon früh hatten Robert Gernhardt und seine zweite Frau Almut Gehebe-Gernhardt die Idee, nach dem Tod Almut Gernhardts 1989 der Malerin eine Ausstellung zu widmen. Als Almut Gehebe-Gernhardt nach dem Tod Robert Gernhardts 2006 diesen Gedanken mit dem Geschäftsführer der Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen, Clemens Greve, ansprach, wurde aus dem Vorhaben jetzt Wirklichkeit, die Exposition neu konzipiert.

Die liebevoll, geheimnisvoll und zugleich realistisch gemalten Ölbilder, meist in von Almut Gernhardt ausgesuchten Originalrahmen, kommen aus 25 privaten Sammlungen. Die Kuratorin und Assistentin der Geschäftsleitung der Bürgerstiftung, Aino Kelle, fuhr gemeinsam mit dem Hausmeister und Textildesigner Sucro Dzankovic vier Tage und 3000 Kilometer durch Deutschland, um die Gemälde zusammenzutragen.

Neben den Ölbildern zeigt die Exposition einige Fotografien des Künstlerpaares, außerdem Objekte, nach denen Bilder entstanden sind, Bücher, Manuskripte, Cover von Büchern, die Harry Rowohlt übersetzte und für die er Almut Gernhardt um die Titelgestaltung bat. Dazu gibt es im Kabinett mehrere Hörstationen, hier lässt sich Harry Rowohlt auf von ihm gelesenen Hörbüchern lauschen, Interviews kann der Besucher ebenfalls nachhören.

Harry Rowohlt ließ in seiner Eröffnungsrede in einem liebevollen Nachruf Almut und Robert Gernhardt lebendig werden, indem er einprägsame Episoden, die er mit ihnen erlebt hatte, gewohnt kurzweilig und anschaulich aneinander reihte. Die Arbeitsweise der Gernhardts, nach den Bildern die Texte dazu zu schreiben, ist ihm nicht fremd: „Ich bedichte auch immer nur den Hurzlmeier, sonst hat man ja zu viele Möglichkeiten“, meinte er.

Die Gäste, unter ihnen F. W. Bernstein, Hans Traxler, Frank Wolff, Eva Demski und Jörg Bong, dankten für diesen Vortrag mit viel Beifall.

Robert Gernhardt hat seinen 60. Geburtstag 1997 im Holzhausenschlösschen gefeiert. Almut Gernhardt ist diese Ausstellung anlässlich ihres 70. Geburtstages, den sie in diesem Jahr begangen hätte, gewidmet.

Die Exposition, die zum gestrigen Eröffnungsabend von einem Büchertisch der Frankfurter Buchhandlung Wendeltreppe begleitet wurde, ist bis zum 27. Juni zu sehen.

Dazu erschien in einer Neuauflage Ein gutes Wort ist nie verschenkt im S. Fischer Verlag, es enthält sechs von 1975 bis 1985 als Einzeltitel erschienene Bücher mit Bildern von Almut und Texten von Robert Gernhardt.

JF

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