Buchmesse-Rahmenprogramm: Ausstellung argentinischer Comics

Plakat zur Ausstellung

Im Museum für Kommunikation Frankfurt wird heute Abend die Ausstellung Nos tocó hacer reir – Wir sollen zum Lachen bringen eröffnet, eine Produktion des argentinischen Organisationskomitees der Buchmesse Frankfurt 2010 (COFRA).

Die etwa 100 Exponate geben einen guten Überblick zur Entwicklung von Karikaturen in Argentinien. Kuratiert von der argentinischen Spezialistin auf diesem Gebiet, Judith Gociol, umfasst die Exposition, die überwiegend aus Originalen besteht, von der Lithographie über Zeichnungen und Malereien alle Techniken bis hin zu Arbeiten am Computer.

Der Titel der Ausstellung stammt aus einer Zeichnung von Roberto Fontanarrosa, der ein umfangreiches Werk hinterließ und für die wichtigsten Zeitungen des Landes arbeitete. Diese Überschrift enthält nicht nur Witz, sondern zeigt gleichermaßen die Position Argentiniens, dessen Geschichte von vielen Spaltungen, von Gewalt, Militärputschen, schwachen Demokratien und politischen, wirtschaftlichen und sozialen Krisen gekennzeichnet ist. Dabei hat sich eine kreative Kultur entwickelt, die immer wieder kritisch auf Missstände aufmerksam macht – trotz Verbannung, Zensur und Verbot.

Ein Zeitstrahl in der Mitte des Ausstellungsraums führt den Besucher von der ersten, 1824 in der Wochenzeitung Argos veröffentlichten Karikatur, die den Kopf eines Esels abbildet, bis zur Gegenwart und beleuchtet die gesellschaftlichen Hintergründe der Entwicklung.

Die erste Comic-Serie Die Abenteuer von Viruta und Chicharrón, publiziert 1912 in Caras y Caretas, wurde noch in den USA gefertigt. Als die Lieferungen ausblieben, begannen Argentinier wie Manuel Redondo, selbst Serien zu entwerfen.

Oft werden gesellschaftliche Schieflagen mit Karikaturen angeprangert. Die Ausstellung widmet sich drei großen Themen: dem Land, der Großstadt und der Schreckensherrschaft der Militärdiktatur. Ein eigener Bereich ist dem großen argentinischen Comic-Autor Héctor Germán Oesterheld vorbehalten, der von der Militärdiktatur verschleppt und getötet wurde. Seine Charakterfigur ist zu einem Symbol geworden.

Die Exposition, die Skizzen, Zeitungsausschnitte, Zeitschriften, Bücher, Modelle und Filmsequenzen aus fast zwei Jahrhunderten zeigt, ist noch bis zum 31. Oktober zu sehen.

JF

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