Buchmesse-Rahmenprogramm: Silberhandwerk und Design

Ulrich Schneider, Magdalena Faillace

Heute Abend wird im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt eine Doppelausstellung eröffnet: Argentinische Silberschmiedekunst von präkolumbianischer Zeit bis heute und Argentinisches Produktdesign.

Zur Presse-Preview konnte der Direktor des Museums, Dr. Ulrich Schneider, die Argentinische Botschafterin und Vorsitzende des argentinischen Organisationskomitees COFRA, Magdalena Faillace, sowie die Kuratoren Roberto Vega Andersen und Ricardo Blanco begrüßen. Er dankte für die gute Kooperation mit allen Beteiligten: „Argentinien ist ein sehr weit entferntes Land, doch die Ausstellungsarbeit wurde uns sehr einfach gemacht.“

Magdalena Faillace erwiderte, dass diese Doppelausstellung nur durch die Mitarbeit exzellenter Fachleute möglich wurde. Ziel der beiden Expositionen sei es, die Tradition der Silberschmiedekunst als historisches Gedächtnis Argentiniens und gleichzeitig die Entwicklung modernen Designs zu zeigen. „Auch in politischer Hinsicht ist es uns wichtig, auf unseren Ursprung, der in den Inka- und Mapuche-Kulturen liegt, hinzuweisen“, unterstrich Magdalena Faillace. Mit der Kolonialisierung Lateinamerikas kamen europäische Einflüsse hinzu.
Sie erinnerte an den Namen ihres Landes, der auf das lateinische Argentum (Silber) zurückgeht.

Ein besonderes Symbol argentinischer Freiheits- und Unabhängigkeitsbestrebungen ist der Gaucho, ohne die Gauchos hätte Argentinien seine Befreiung von der Kolonialmacht Spanien nicht erreicht. Deshalb widmet die Ausstellung über die Silberschmiedekunst einen großen Teil jenen Gegenständen, die zur Ausrüstung der Gauchos gehörten: Messer, Gürtel, Zaumzeug und Gefäße für Mate. Früheste handwerkliche Zeugnisse sind zwei Silberscheiben, die aus der Zeit 900 bis 1500 nach Christus stammen.

Die Design-Exposition symbolisiert die Offenheit des Landes, zum einen spiegelt sie den Einfluss internationaler Entwicklungen auf argentinisches Design wider und zum anderen macht sie sichtbar, wie argentinische Entwürfe internationale Anerkennung fanden. Seit über 50 Jahren spricht man von argentinischem Design, mittlerweile gibt es im Land mehrere Studienmöglichkeiten für diese Richtung.

Ausgestellt werden im Museum für Angewandte Kunst der berühmte Stuhl BKF, entworfen 1938 von Bonet, Kurchan und Ferrari-Hardoy, der Einflüsse deutscher Bauhaus-Kunst widerspiegelt; Hocker, Lampen und Gebrauchsgegenstände sowie Spielzeug.

Die Ausstellung zur Silberschmiedekunst ist bis zum 28. November 2010, die Exposition Produktdesign bis zum 30. Januar 2011 zu sehen. Zu beiden Ausstellungen sind Kataloge erschienen.

JF

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.