Die Frankfurter Schule und Frankfurt

Max und Maidon Horkheimer 1934
bei der Überfahrt nach New York

Gestern Abend wurde im Jüdischen Museum in Frankfurt am Main die Ausstellung Die Frankfurter Schule und Frankfurt – Eine Rückkehr nach Deutschland eröffnet.

In sechs Bereichen und drei chronologischen Abschnitten wird dargestellt, warum Max Horkheimer, Friedrich Pollock und Theodor W. Adorno als herausragende Vertreter der Soziologie nach dem Krieg zurückkehrten.
1918 erhielt die Soziologie-Wissenschaft den ersten selbständigen Lehrstuhl Deutschlands an der 1914 gegründeten Universität in Frankfurt, das Institut für Sozialforschung ist 1923 gegründet worden.

„Bei der Konzipierung der Ausstellung standen wir vor dem Problem, intellektuelle Prozesse visuell darzustellen“, erläuterte Prof. Dr. Raphael Gross, Direktor des Jüdischen Museums. Mit Fotos, Dokumenten, einer Spiegel-Foto-Installation und vielen Hörstationen und Filmen ist das gelungen.

1933 wurde die Gesellschaft für Sozialforschung verboten, die jüdischen Dozenten hatten ihre Lehrbefugnis schon vorher verloren. Das Institut emigrierte 1933 in die Schweiz, dann über Paris nach New York.

1948 besucht Max Horkheimer, mittlerweile amerikanischer Staatsbürger, auf Einladung der Universitätsleitung erstmals wieder Frankfurt. Theodor W. Adorno folgte ein Jahr später, 1950 kam auch Friedrich Pollock zurück. Im gleichen Jahr wird das Institut für Sozialforschung als private Stiftung mit öffentlichen Mitteln wiedererrichtet.

1951 wird Max Horkheimer Rektor der Frankfurter Universität.

Die Exposition beleuchtet ein ganz spezifisches Kapitel jüdischer Geschichte, folgt den Spuren der Entwicklung der „Frankfurter Schule“, deckt Schwierigkeiten und Argumente für und wider eine Rückkehr nach Deutschland auf und zeigt sowohl Vertreter der einen als auch der anderen Meinung.

Kuratiert wird die Ausstellung von Monika Boll und Erik Riedel. Ein umfangreicher Begleitband ist im Wallstein Verlag erschienen.

Ein hochkarätiges Rahmenprogramm flankiert die Exposition, die noch bis zum 10. Januar 2010 zu sehen ist.

JF

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.