F. W. Bernstein: „Zeichen-Zausels Werkschau“

F. W. Bernstein

Morgen Abend wird im caricatura museum frankfurt eine Ausstellung mit einer großen Auswahl an Cartoons, Figuren, bemalten Bastbadematten, Postkarten, Skizzenbüchern, Objekten und Gemälden von F. W. Bernstein eröffnet.

In der heutigen Pressekonferenz stellten der Maler, Dichter, Satiriker und weltweit einzige Professor für Karikatur und Bildgeschichte und der Leiter des Museums für Komische Kunst, Achim Frenz, die Exposition vor.

„F. W. Bernstein ist in diesem Museum ja eine Art Hausherr“, sagte Frenz, der in den 1980er Jahren in Kassel bei Bernstein studierte. Er nannte ihn „bis heute einen hilfreichen Ratgeber“. Dem widersprach Bernstein sofort und berichtete: Als er gefragt wurde, was er von einer Sammlung komischer Kunst in Kassel halte, war er skeptisch. „Seitdem mache ich das immer so, wenn etwas aus einem Vorschlag werden soll“, ergänzte Bernstein scherzhaft. Er war der Laudator der 1987 eröffneten ersten Ausstellung des Vereins „Caricatura“ in Kassel.

F. W. Bernsteins bekanntester Zweizeiler, „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche“, entstanden 1965 im Auto auf der Rückfahrt von Paris nach Frankfurt gemeinsam mit Robert Gernhardt und F. K. Waechter, wird manchmal anderen Kollegen zugeschrieben. „Dieser Elche-Zweizeiler hat es in sprachliche Umlaufbahnen gebracht. Dann interessiert es doch keinen mehr, von wem das ist“, sagte Bernstein bescheiden. Er erzählte lieber vom damaligen Besuch bei den Kollegen der Pariser Satirezeitschrift Hara-Kiri, die monatlich von 1960 bis 1985 erschien und äußerst respektlos beispielsweise die Präsidentschaft de Gaulles kritisierte.

In Deutschland gab es seit 1964 das Satiremagazin pardon, wo F. W. Bernstein gemeinsam mit seinem Kollegen Robert Gernhardt – beide kannten sich aus Stuttgarter Studientagen – auf F. K. Waechter, Chlodwig Poth und Hans Traxler traf. Die Neue Frankfurter Schule wurde geboren, sichtbarer Ausdruck war unter anderem die Welt im Spiegel, eine Nonsensbeilage der pardon.

Stundenlang könnte man Bernsteins Geschichten lauschen, den Details in seinen Arbeiten nachspüren.
Die Ausstellung bietet bis zum 7. Juli 2013 dazu Gelegenheit, es wird auch weitere Veranstaltungen mit dem Künstler geben.

Im Verlag Antje Kunstmann erschien im vergangenen Jahr in der nunmehr 17-bändigen, von WP Fahrenberg herausgegebenen Reihe Meister der komischen Kunst ein Buch über F. W. Bernstein mit einführenden Worten von Vincent Klink.
Der Meister selbst kann auf über 70 Publikationen verweisen, die von Die Wahrheit über Arnold Hau, erschienen 1966, bis Stadt, Land, Russ’, 2010 veröffentlicht, reichen.

JF

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