„Hans Ticha – Buchgrafik“ in der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main

Ab morgen und bis zum 2. November zeigt die Deutsche Bibliothek in Frankfurt am Main die Ausstellung „Hans Ticha – Buchgrafik“. Die Schau wurde vom 1940 geborenen Künstler selbst konzipiert und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Exilarchiv 1933 – 1945 der Deutschen Bibliothek erarbeitet. Ticha, einer der bekanntesten und originellsten Maler und Buchillustratoren in Deutschland, arbeitete zunächst als Lehrer bei Leipzig und studierte 1965-1970 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei den Professoren Kurt Robbel, Arno Mohr, Werner Klemke. Bis 1990 lebte er als freischaffender Künstler in Ostberlin, danach in Mainz und seit 1993 in Maintal bei Frankfurt am Main
Tichas Bildsprache gilt als eigenwillig und prägnant. Charakteristisch für viele seiner Illustrationen ist die grelle Farbigkeit, die sich oft auf die Grundfarben Rot, Gelb, Blau und Schwarz und die Dominanz runder Formen beschränkt. Tichas Buchillustrationen waren und sind stets eingebunden in ein Gesamtkonzept von Text, Typografie und Grafik. Dabei favorisiert der Künstler Farbholzschnitte, Federzeichnungen, Linolschnitte und Original-Flachdruckgrafiken.
Gezeigt werden in der Deutschen Bibliothek Buchgrafiken aus mehr als 35 Jahren: Skizzenblätter, Originalgrafiken, Plakate und illustrierte Bücher. Unter den Exponaten finden sich viele prämierte Titel, so das 1996 erschienene Werk von Joachim Ringelnatz: „Und auf einmal steht es neben dir“, der 2000 erschienene Gedicht- und Prosaband von Ernst Jandl „aus dem wirklichen Leben“ – beide ausgezeichnet beim Wettbewerb der Stiftung Buchkunst „Die schönsten Deutschen Bücher“ – oder die „Flüchtlingsgespräche“ von Bertolt Brecht, für die der Künstler 1998 mit dem Walter Tiemann-Preis ausgezeichnet wurde.
Zur Ausstellung, die heute Abend 18 Uhr mit einer Vernissage eröffnet wird, hat der Künstler ein signiertes Faltblatt mit eingelegtem signiertem Holzschnitt in einer Auflage von 100 Stück entworfen. Außerdem ist das von Hans Ticha selbst verlegte Werkverzeichnis erhältlich. Am 14. September, 17 Uhr, gibt er in einem Gespräch Auskunft über seine Arbeit. Wer schon jetzt seine Gedanken zur Buchillustration nachlesen will, kann dies hier tun: http://www.ddb.de/news/ticha_dialog.htm
Harald Kiesel
harald-kiesel@web.de

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