Struwwelpeters Nachfahren

Plakat und Blick auf die Ausstellung

Gestern Abend wurde in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt am Main die Ausstellung Struwwelpeters Nachfahren – Starke Kinder im Bilderbuch der Gegenwart eröffnet. Sie ist bis zum 26. September sehen.

Die Exposition ist ein weiterer Beitrag zum Heinrich Hoffmann Sommer 2009 [mehr…] und [mehr…] und wurde von Linde Storm, Institut für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität, kuratiert.

In ihrer Begrüßung wies Dr. Elisabeth Niggemann, Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek, auf die seit Jahren gute Zusammenarbeit mit dem Institut für Jugendbuchforschung hin; 50 Prozent der in der Ausstellung gezeigten Bücher stammen aus dem Institut.

Die Exponate, Kinderbücher von etwa 1980 bis zur Gegenwart, sind in Rauminstallationen, die sich jeweils einer der zehn Struwwelpeter-Geschichten Heinrich Hoffmanns widmen, integriert. Hier begegnen die Besucher den Nachfahren von Daumenlutscher, Paulinchen, dem bösen Friederich, den Tintenbuben, Zappel-Philipp, Suppen-Kaspar und dem fliegenden Robert, die in der modernen Kinderbuchliteratur Super-Ulf, Maxeline, Miko, Nurmi und Ida heißen. 150 Jahre später nehmen die Geschichten einen anderen Verlauf: Statt des erhobenen Zeigefingers, der auf Strafen hinweist, wird den frechen, trotzigen und wilden Kindern die helfende Hand gereicht.

Die Exposition zeigt eine Fülle an Neuerscheinungen, Übersetzungen wurden ebenfalls berücksichtig. Viele Verlage kamen den Gestaltern der Ausstellung entgegen und schickten mehrere Exemplare ihrer Bücher. So konnte im oberen Präsentationsraum eine Leseecke eingerichtet werden.

Prof. Hans-Heino Ewers, Direktor des Instituts für Jugendbuchforschung, äußerte sich über die Bedeutung und Gültigkeit des Struwwelpeters in der Gegenwart und meinte, man solle dieses Buch gemeinsam mit den Kindern lesen, wenn diese so alt sind, dass sie zwischen sich und den Bildern eine Distanz schaffen können. Dann schreckt es die Kinder nicht mehr, sondern man kann gemeinsam lachen.

Ein Werkstattgespräch zwischen der Kinderbuchautorin Antje Damm – ihr Buch Räuberkinder, erschienen im Gerstenberg Verlag, wurde übrigens für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2009 nominiert – Dr. Bernd Dolle-Weinkauff, Institut für Jugendbuchforschung, und Inge Sauer, Illustratorin, beschäftigte sich mit dem Thema Wie entstehen Bilderbücher?

Bei Gestaltung und Aufbau der Ausstellung wirkten u.a. Sebastian Herkner, Reinhard Dienes, Kai Linke und Daniel Weidenauer, alles Absolventen der Hochschule für Gestaltung Offenbach, mit.

Zur Exposition erschien das reich illustrierte Buch Struwwelpeters Nachfahren – Starke Kinder im Bilderbuch der Gegenwart, herausgegeben von Linde Storm und Sibylle Nagel im Michael Imhof Verlag.

Der Büchertisch zur Ausstellungseröffnung wurde von Claudia Vogel-Bichmann, Buchhandlung Tatzelwurm Frankfurt, betreut.

JF

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