Bahnhofsbuchhandlung Wintergerst feiert neuen Helmut-Haller-Platz in Augsburg-Oberhausen

Hier war Helmut Haller einst zur Welt gekommen: Jetzt hat die Stadt Augsburg dem Fußballidol, der vor zwei Jahren im Alter von 73 Jahren starb, offiziell den Platz vor dem Bahnhof im Stadtteil Oberhausen nach ihm benannt. Was die Bahnhofsbuchhandlungen Wintergerst am vergangenen Sonntag zum Anlass nahmen, den neuen Helmut-Haller-Platz mit 500 Gästen und einem bunten Programm im Biergarten auf dem ehemaligen Bahnhofsvorplatz zu feiern.

Die Buchhändler Samuel und Benjamin Wintergerst (r.) mit dem Helmut-Haller-Plakat

Buchhändler Benjamin Wintergerst lobte als Vorsitzender der „Werbegemeinschaft Augsburger Bahnhöfe“ das Fest mit den Worten „unvergessliches Erlebnis mit bestem Wiederholungsfaktor“. Mit dabei waren u.a. der Lyriker Wolfhard („Bodenhaftung“), das Hip-Hop-Artistik-Duo Soulfull Vibes aus Berlin, die Purnkrock-Combo Impodance („Wir sind nicht hier, um zu verlier’n“) und der Sport-Autor Hermann Schmidt („Haller gehörte zu unserer Familie“), früher Geschäftsführer beim Jahreszeiten-Verlag.

Krimi-Autor und Moderator Peter Garski und Stadtrat Dieter Benkard bei der Einweihung des neuen Helmut-Haller-Platzes

Der Sänger Fabio Esposito erinnerte mit seinen Italo-Hits daran, dass der blonde Augsburger Ballzauberer Helmut Haller als einer der ersten deutschen Kicker schon 1963 als hoch bezahlter Profi in Italien bei Bologna und dann in Turin den Ball ins Tor beförderte. Dort wurde er mehrmals italienischer Meister und sogar Fußballer des Jahres, den seine unzähligen italienischen Fans gerne als „il biondo“ bezeichneten. Kickergenie Helmut Haller nahm an drei Fußball-Weltmeisterschaften mit der deutschen Nationalelf teil: 1962 in Chile, 1966 in England und das letzte Mal 1970 Mexiko.

Eine witzige Anekdote fabrizierte Halmut Haller mit dem von ihm gestohlenen WM-Ball beim Endspiel in London, wo Haller das erste Tor gegen England schoss. Den Ball aus diesem legendären WM-Finale brachte Haller erst viele Jahre später nach England zurück, bejubelt von den englischen Zeitungen, die dafür Geld gesammelt hatten.

Der schwäbische Mundart Sänger Gustl Mair sang das Lied „Koine Fisch im Hettabach“, wobei der Kanal gemeint ist, der an Hallers Geburtshaus vorbeifließt. Helmut Haller war ja ein waschechter Schwabe aus Augsburg, das auch gerne als „Datschiburg“ bezeichnet wird, wo nicht nur der „Zwetschgendatschi“ genossen wird, sondern auch Flädlesuppe, die Lieblingsspeise Hallers.

Moderator des „Helmut-Haller-Platz-Fests“ war der Schriftsteller Peter Garski, der auch Augsburg-Krimis schreibt, die natürlich in den Augsburger Bahnhofsbuchhandlungen regionale Bestseller sind. Garski über Haller: „Er wuchs hier in bescheidenen Verhältnissen mit acht Geschwistern auf und wurde nur durch seine Ballkunst und mithilfe seiner Freunde zum Weltstar. Damit hat er sich wirklich den Platz verdient, an dem er schon als Kind zum Bolzen anfing, der uns immer an unseren größten Augsburger Fußballhelden erinnert.“

Das neue Straßenschild am Helmut-Haller-Platz vor dem Bahnhof in Augsburg-Oberhausen

In Gegenwart der ganzen Familie Wintergerst enthüllten Stadtrat Dieter Benkard und Sportreferent Dirk Wurm das neue Schild „Helmut-Haller-Platz“. Dann weihte Pfarrer Herbert L. Maier den neuen Platz ein, bevor ein starker Platzregen die erfolgreiche Veranstaltung auf natürliche Weise beendete. Pfarrer Maier nahm‘s mit kirchlichem Humor: „Vielleicht sind das vom Himmel oben die Tränen Helmut Hallers, der über unser schönes Fest für ihn so gerührt ist.“

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