be.bra präsentierte in Semlin den Groschenroman

Erinnerungstafel für Pension am See (rechts Martin Keune)

Einen passenderen Ort für die Buchpremiere kann man sich nun wirklich nicht vorstellen. Im kleinen Dorf Semlin, im Garten des Hauses, in dem Axel Rudolph bis zu seiner Inhaftierung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1943 lebte, las Martin Keune am Freitagabend aus seinem Groschenroman“, der jetzt im be.bra Verlag erschienen ist.

In dem Buch erzählt Keune die wahre Lebensgeschichte des Schriftstellers Axel Rudolph, der 1936 mit seiner Verlobten aus Berlin nach Semlin bei Rathenow im Havelland kam und sich sofort in das Haus verliebte, das heute die „Pension am See“ beherbergt.

Die Volksbank Rathenow, die auch das Erscheinen des Buchs unterstützte, hatte zu der Lesung eingeladen und konnte damit bei den Rathenowern und Semlinern punkten. Das Zelt im Garten der Pension war bis auf den letzten Platz mit erwartungsfrohen Besuchern besetzt, die mehr über die Geschichte ihrer Region erfahren wollten.

„Das ist mitreißend, hochspannend und zugleich eine Lehrstunde in deutscher Geschichte“, Verleger Ulrich Hopp begrüßte das Publikum mit einem Zitat aus einer Rezension im „Focus“, bevor er das Mikrofon an den Autor Martin Keune übergab. Der Chef einer Berliner Werbeagentur, der regelmäßig die Wochenenden in Semlin verbringt, stieß hier auf die schillernde Lebensgeschichte von Axel Rudolph. Lange Zeit war der gebürtige Kölner Rudolph, der als Obdachloser einen Preis in einem Tonfilmwettbewerb der UFA gewann und so nach Berlin und später nach Semlin kam, vergessen.

Keune hat gründlich in Archiven recherchiert und auch so mancher Einheimische steuerte seine Erinnerungen bei und öffnete seine Fotoalben. Künftig wird Rudolph wohl nicht so schnell vergessen: Der Pension am See überreichte Keune (Foto, rechts) eine Erinnerungstafel, damit auch jeder Tourist weiß, was es mit dem Haus am See auf sich hat.

Man wünscht sich, dass das spannende Buch bald verfilmt wird. Der Semliner See jedenfalls bietet eine schöne Kulisse. Nicht nur für Buchpräsentationen.

ML

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