Berlin: Aufbau präsentierte sein Herbstprogramm

Gestern Abend hatte der Berliner Aufbau Verlag auf die Dachterrasse des Aufbau Hauses am Moritzplatz geladen. Die Verlagsleiter Gunnar Cynybulk und Reinhard Rohn stellten Buchhändlern und Journalisten ihr Herbstprogramm vor.

Gunnar Cynybulk, Reinhard Rohn (r.)

Auch zahlreiche Autoren, Agenten und Übersetzer waren unter den Gästen, die bei Wein und BBQ schnell ins Gespräch kamen. Wegen des unberechenbaren Wetters musste der offizielle Teil des Abends dann aber doch in den Verlagsräumen stattfinden. Gunnar Cynybulk stellte in einem unterhaltsamen Schnelldurchlauf das Programm vor, das wieder aus der „besonderen Aufbau-Mischung“ bestehe – also internationale und deutsche Literatur, gehobene Unterhaltung, Sachbuch und Wiederentdeckungen. „Aufbau steht für das Auffinden verschollener Texte“, betonte er und verwies unter anderem auf die große Nachfrage nach der neuen Ausgabe von Hans Falladas Kleiner Mann – Was nun?.

Für den Herbst kündigte Cynybulk einen neuerlichen Fund an: Zurück in Berlin, ein Roman von Verna B. Carleton, die 1914 in den USA geboren wurde und später in Paris lebte. Der lange verschollene Nachkriegsroman basiert auf einer gemeinsamen Berlin-Reise von Verna B. Carleton und Gisèle Freund in den späten 1950er Jahren.

„Wir wissen, dass der Mangel Lust erzeugt. Das ist die Idee hinter diesem Abend“, Cynybulk bedauerte, dass er nicht jeden einzelnen Titel in den Fokus rücken konnte. Viel verspricht sich der Verlag beispielsweise von dem Roman Die Vegetarierin von der südkoreanische Schriftstellerin Han Kang, der am 15. August in den Handel kommt und bereits mit dem Man Booker International Prize ausgezeichnet wurde.

Reinhard Rohn liegt besonders Kristin Hannahs Roman Die Nachtigall am Herzen, der bei Rütten & Loening erscheint und niemanden kalt lasse. „Wer hier nicht weint, hat kein Herz.“

Auf großes Interesse bei den Buchhändlern stieß auch Philipp Winkler, der gestern Abend einen Auszug aus seinem Debütroman Hool las. Außerdem stellte Julia Zange ihren zweiten Roman (Realitätsgewitter} vor und Jutta Voigt machte neugierig auf ihr Buch Stierblutjahre, in dem sie sich der Bohème des Ostens widmet.

Die gelungene Mischung aus Lesung und Gespräch sorgte für einen kurzweiligen Abend und nach dem Schlussapplaus war es auch auf der Terrasse wieder trocken. Beste Voraussetzung für eine Fortsetzung der anregenden Gespräche.

ml

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