Berlin: Buchpremiere zum 100. Geburtstag von Gisèle Freund

Bettina de Cosnac

Morgen, am 19. Dezember, wäre die weltberühmte Fotografin Gisèle Freund 100 Jahre alt geworden. Höchste Zeit also Bettina de Cosnacs Buch Gisèle Freund – Ein Leben (Arche) auf den Büchertisch zu legen. Gestern präsentierte sie die Biografie im Berliner Ephraim-Palais.

Der Veranstaltungsort hätte nicht besser gewählt werden können: Das Museum zeigt noch bis zum 8. Februar die Ausstellung „Gisèle Freund. Wiedersehen mit Berlin 1957-1962“. Die Schau reiht sich ebenso wie die Ausstellung mit Fotografien aus dem Porträtwerk von Gisèle Freund im Willy-Brandt-Haus in den Europäischen Monat der Fotografie ein.

Die in Paris lebende Journalistin Bettina de Cosnac – wie Gisèle Freund gebürtige Berlinerin – hat in Archiven recherchiert und Zeitzeugen interviewt. Dabei entdeckte sie bisher unveröffentlichtes Briefe und Privatfotos. Entstanden ist die erste und bisher einzige Biografie über die Fotografin, die 1933 vor den Nazis nach Paris fliehen musste und später durch ihre Porträtaufnahmen von Schriftstellern weltberühmt wurde.

Auch in Frankreich seien bisher nur autobiografische Schriften veröffentlicht, sagte Bettina de Cosnac, die Gisèle Freund 1988 in Berlin persönlich kennen gelernt hatte. Sie bezeichnete die „Pionierin der Fotografie“ als heimatlose Europäerin, die in vier Sprachen tanzte. Vor allem zum Schluss hätten deren Briefe eine polyglotte Vielfalt aufgewiesen.

Bettina de Cosnac machte neugierig auf das Leben einer Persönlichkeit, die mit anderen außergewöhnlichen Frauen wie Adrienne Monnier und Frida Kahlo befreundet war. „Ihr selbstbewusstes, freimütiges Auftreten, ihr unverblümter und manchmal unerwünschter Kommentar machten letztlich das Zusammensein mit ihr so anregend – wie anstrengend.“

ML

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