Berlin: Der Wagenbach Verlag feierte ein Geburtstagsfest für Franz Kafka

Die Sonderbriefmarke

Heute wäre Franz Kafka 125 Jahre alt geworden. Am Vorabend des Geburtstages hatten die Akademie der Künste und der Wagenbach Verlag zu einem Fest für Franz Kafka geladen und alle, alle kamen. Der große Saal der Akademie am Hanseatenweg war komplett ausverkauft.

Klaus Wagenbach, Hans-Gerd Koch

Klaus Wagenbach, nach eigenem Bekunden Kafkas dienstälteste Witwe, zeigte exklusiv und nur an diesem Abend in einer Vitrine einige seiner Schätze: Erstausgaben, Originalfotos und weitere Raritäten wie die Einladungskarte zu Kafkas Bar Mizwah.

Auch das Bundesfinanzministerium würdigte den Schriftsteller. Staatssekretär Karl Diller übergab eine 10-Euro-Gedenkmünze und eine Sonderbriefmarke u.a. an Klaus Wagenbach und den Kafka-Forscher Hans-Gerd Koch. Ausgerechnet eine 55 Cent Briefmarke, Standardporto also, zu Ehren von Franz Kafka, dem gewaltigen Briefschreiber. „Das hätte ihm gefallen“, sagte Klaus Wagenbach, der anschließend gemeinsam mit seiner „Mitwitwe“ Hans-Gerd Koch von Kafkas Leben und Werk erzählte, von den Reisen auf Kafkas Spuren, Besuchen im Schloss und beim Landarzt und von Kafkas Sehnsuchtsort Berlin. In dem ebenso faszinierenden wie kurzweiligen Gespräch lernte das Publikum Kafka vor allem auch von seiner komischen Seite kennen, was beim anschließenden Büfett für jede Menge Gesprächsstoff sorgte.

Und während die Gäste sich um die Vitrine drängten, signierten Wagenbach und Koch noch lange ihre neuen Bücher: Klaus Wagenbach hat seine legendäre Bildmonografie „Franz Kafka – Bilder aus seinem Leben“ (ISBN 978-3-8031-3625-1) zum Geburtstag rundereneuert, die morgen auch Elke Heidenreich in ihrer Sendung „Lesen!“ vorstellen will [mehr…]. Und Koch, Herausgeber der Kritischen Kafka-Ausgabe, hat in einem Salto-Band „Kafka in Berlin“ (ISBN 978-3-8031-1252-1) aufgespürt.

Kennen Sie übrigens Kafkas Lieblingswitz? Klaus Wagenbach hat ihn verraten: Ein Bettler begegnet einer reichen Frau und klagt, dass er seit Tagen nichts gegessen hat Darauf die reiche Frau: „Guter Mann, Sie müssen sich zwingen!“

ML

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