Berlin: Frederick Kempe und Peter Schneider über den Mauerbau

Ein historisch wie politisch erhellender Abend gestern in Berlin. Im Gespräch mit Peter Schneider stellte Frederick Kempe sein neu erschienenes Buch Berlin 1961 (Siedler) vor.

Frederick Kempe, Jürgen König (Moderation),
Peter Schneider (v.l.)

Verleger Thomas Rathnow begrüßte in der Bertelsmann Repräsentanz Unter den Linden rund 150 Zuhörer, die das „hochgradig spannende“ Buch kennenlernen wollten. Die Geschichte könne es mit ihren ungewöhnlichen Charakteren mit jedem Thriller aufnehmen, so Rathnow, der Kempes akribische Recherche hervorhob.

Frederick Kempe, Präsident des Atlantic Council, einer außenpolitischen Denkfabrik in Washington, hat nach eigenem Bekunden sieben Jahre lang Archive durchforstet für das Buch, das jetzt in der Übersetzung von Norbert Juraschitz und Michael Bayer auf Deutsch erschienen ist.

Berlin 1961. Kennedy, Chruschtschow und der gefährlichste Ort der Welt behandelt die Bedingungen, die zum Mauerbau führten, ein Ereignis, dem zum 50. Jahrestag am 13. August mit Neuerscheinungen, Dokumentationen, Filmen und Ausstellungen gedacht wird.

Der Schriftsteller Peter Schneider hat das Buch seines Freundes Kempe trotz der 672 Seiten gerne gelesen. Überraschend war für ihn die Rolle Kennedys, die Kempes Buch in ein anderes Licht setze und ihn als Zauderer zeige. Auch sei ihm nicht bewusst gewesen, wie dicht die Möglichkeit eines Atomkrieges damals war. „Ein provozierendes Buch, das man atemlos liest“, so Schneider, der seit 1962 in Berlin lebt.

Man hätte den beiden auch nach anderthalb kurzweiligen Stunden gerne noch länger zugehört – und auch Egon Bahr, dem damaligen Sprecher des Berliner Senats, der im Publikum saß und in der offenen Runde von seinen Erfahrungen und Eindrücken erzählte.

ML

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