Berlin: Matthias Deiß und Jo Goll mit einem Buch über den Mord an Hatun Sürücü / und ein TV-Tipp

Hatun Sürücü starb, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte. Vor sechs Jahren wurde sie von ihrem Bruder Ayhan erschossen. Matthias Deiß und Jo Goll haben jetzt ein Buch über die Hintergründe des Mordes geschrieben. Ehrenmord. Ein deutsches Schicksal (Hoffmann und Campe) ist ab 28. Juli im Handel.

Matthias Deiß, Jo Goll (v.l.)

Das Buch wird wohl in den Medien viel beachtet werden. Jedenfalls war das Interesse der Journalisten groß, als die beiden ARD-Autoren Matthias Deiß und Jo Goll ihr Buch heute Mittag bei einer Pressekonferenz im Berliner Büro des Börsenvereins präsentierten. Der Tod Hatun Sürücüs und das Geständnis ihres Bruders Ayhan hatten bundesweit eine Debatte über Parallelgesellschaften ausgelöst.

Matthias Deiß hatte Ayhan Sürücü 2008 bei Dreharbeiten in der Berliner Jugendstrafanstalt kennengelernt und sich daraufhin gemeinsam mit Jo Goll zu dem Buch entschlossen, das nun die Hintergründe und Umstände der Tat beleuchtet. Jahrelang haben die beiden Journalisten recherchiert und viele Gespräche geführt. In Berlin, Istanbul und Ostanatolien. Bei vielen Gesprächspartnern konnten sie Vertrauen gewinnen. Auch den Mörder haben sie viele Male im Gefängnis getroffen. Ayhan Sürücü hat sich ihnen gegenüber erstmals ausführlich zu den Hintergründen der Tat geäußert.

Es sei ihnen vor allem um Aufklärung und Information gegangen, betonten die beiden Autoren, die bei ihren Recherchen akribisch vorgingen, sich auf keine Spekulationen einließen und Aussagen immer wieder hinterfragten und auf ihre emotionale Echtheit abklopften.

Die TV-Dokumentation Verlorene Ehre – Der Irrweg der Familie Sürücü von Matthias Deiß und Jo Goll wird morgen, am 27. Juli, um 23 Uhr in der ARD ausgestrahlt.

ML

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