Berlin: Wagenbach-Autorin Wytske Versteeg las für Buchhändler

Kurz bevor sich der Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse ab morgen in Leipzig präsentiert, hat der Berliner Wagenbach Verlag gestern Buchhändler zu einem Holland-Abend mit Wytske Versteeg eingeladen. Die niederländische Autorin las aus ihrem Roman Boy.

Wytske Versteeg las aus der deutschen Übersetzung von „Boy“

„Pas op, Boekenwurm! Snel lezen!“, begrüßte Verlegerin Susanne Schüssler die Gäste in ihrer Wohnung in Charlottenburg. Der Satz ist das Motto der diesjährigen Taschenbuchaktion des Verlags, den Lektorin Lena Luczak vorstellte. „Wir haben für unsere Aktion Klassiker und Lieblingsbücher ausgewählt“, sagte sie. „Harry Mulischs Frühwerk Schwarzes Licht ist international bekannt. Hierzulande findet man es nur noch in einigen Bibliotheken. Gregor Seferens hat den Roman neu ins Deutsche übersetzt.“ Ebenso wie Mulisch sei auch Cees Nooteboom ein Autor, der sich in die Politik einmischt. „Beide passen daher gut zu Wagenbach.“ Nooteboom gibt in Turbulenzen Einblick in seine frühen Tagebuchaufzeichnungen.

Marcel Mörings Modellfliegen sei ein Kleinod, so Lena Luczak, Anna Enquist erzähle in Die Eisträger die Geschichte einer Ehe und Andreas Burniers Knabenzeit sei in den Niederlanden Schullektüre. „Wir wollen aber auch in die Zukunft schauen“, so die Lektorin. „Deshalb haben wir uns auch für Wytske Versteegs Boy entschieden.“

Die Autorin, 1983 geboren, hat Politologie studiert und in den Niederlanden bereits drei Romane und ein Sachbuch veröffentlicht. Boy ist Wytske Versteegs zweiter Roman und wurde bereits vielfach ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Ihr dritter Roman erschien Ende 2015 und wurde von den niederländischen Feuilletons viel beachtet. „Das Handelsblad feierte Wytske Versteeg als die beste Autorin ihrer Generation“, so Lena Luczak. Alle sechs Taschenbücher werden im April in den Handel kommen.

Wytske Versteeg las auf Deutsch einen Auszug aus Boy, der ergreifenden Geschichte über den Tod eines Jungen. Die junge Autorin bot viel Gesprächsstoff beim anschließenden Büfett mit holländischen Spezialitäten und altem Genever.

ml

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